August 27

chalki

drei tage auf der kleinen insel chalki westlich von rhodos. eine insel mit einem bilderbuch hafenort, schönen kleinen stränden und dem verlassenen dorf chorio, von der antike bis mitte des 20. jahrhunderts zentrum der insel.

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am donnerstag geht es wieder früh los von rhodos, um 8.30 uhr startet die dodekanisos express vom kolona hafen.

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in etwas mehr als einer stunde bringt sie mich schnell nach chalki, das sich schon bei der anfahrt als farbenfrohes bilderbuchdorf päsentiert. da ich so früh schon hier bin, muss ich noch etwas warten bis mein „sailors house“ fertig ist. so komme ich in costas cafe erstmal zum frühstücken. chalki wird von vielen urlauber*innen aus großbritannien besucht, in costas cafe gibt es für eine gerade angekommene gruppe eine einführung in die gegebenheiten auf der insel.

das „sailors house“ ist ein appartement über drei etagen mit wohnküche unten, einem schlafzimmer mit bad und balkon auf der ersten etage und weiteren drei schlafmöglichkeiten auf der dritten. auch wenn ich soviel platz gar nicht brauche, so war es doch das günstigste, was ich noch buchen konnte. dafür reicht der ausblick von balkon nur drei meter bis zur rückseite von costas cafe auf der anderen seite der gasse. auf jeden fall ist das „sailors house“ sehr zentral, nur ca. 50 m vom anleger und zentrum des dorfes und der insel, direkt neben der kirche agios nikolaos.

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ich starte meinen ersten rundgang durch den kleinen ort, an den urlaubs-villen die direkt ans meer gebaut sind entlang und etwas höher zurück, bis auf die andere seite der kleinen bucht, in die der ort gebaut ist.

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auf der südseite der bucht liegt das gästehaus der insel von dem aus man auch direkt ins wasser springen kann. dahinter stehen funkmasten und ein kleiner bunker. von hier aus ist es nur noch ein kurzer weg am meer entlang bis zum strand ftaenagia, einer der beiden stände die aus dem ort zu fuß erreichbar sind. im osten hat man von hier einen guten blick auf rhodos. der strand selbst ist nur ein paar meter lang, davor einige felsen mit einem kleinen anleger, dahinter eine taverne und danach noch eine längere art terrasse mit liegestühlen. zeit für ein erstes bad im meer mit erkundung der unterwasserwelt mit taucherbrille und schnorchel.

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danach geht es weiter auf den kleinen hügel mit drei windmühlen südlich des dorfes, auf dem sich auch der hubschrauberlandeplatz und eine müllkippe befindet. auf der anderen seite des hügels geht es herunter zum friedhof und weiter zum zweiten strand in fussläufiger entfernung vom dorf, pondarmos. ein etwas längerer sandstrand wieder mit liegestühlen und einer taverne.

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vom pondarmos strand ist es ein kurzer weg zurück ins dorf, wo ich am frühen abend nochmal ins meer springe.

am freitag mache ich mich dann auf zu einer längeren wanderung, zuerst nochmal durch den oberen teil des dorfes und dann ein stück bis zur höchsten stelle der straße zum kania strand. von dort ist im nordosten die nachbarinsel alimia und in der ferne auch nochmal rhodos zu sehen.

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aber heute will ich nicht zum kania strand sondern laufe zurück zum dorf und von dort weiter zum pondarmos strand. zeit für ein erstes bad im meer 😉

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danach geht es dann auf der straße zum verlassenen ort chorio weiter. ein längeres und anstrengendes stück bergauf, aber der kleine inselbus fährt nur einmal in der woche am abend nach chorio und dann hat man dort auch nur eine stunde zeit. und eigentlich will ich mich ja auch bewegen 😉 trotzdem bin ich froh, als ich chorio erreicht habe.

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hier war schon in der antike eine siedlung, was mauern, die auf das 4. jahrhundert vor beginn unserer zeitrechnung datiert wurden, belegen. bis in die mitte des 20. jahrhunderts nach beginn unserer zeitrechnung war der ort besiedelt, aber bereits 1830 begannen die einwohner*innen die neue siedlung am heutigen hafen, emporeios zu gründen. heute sind die meisten häuser zerfallen, dazwischen überreste der antiken siedlung und es gibt einige wenige neue und wieder bewohnte häuser. einiges wurde hier restauriert und alles ist gut ausgeschildert, aber die meiste zeit bin ich der einzige hier.

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das bild rechts zeigt die stützmauer 21 aus dem 4. jahrhundert vor beginn unserer zeitrechnung, wobei nur der untere rechte teil antik und die restliche mauer restauriert ist.

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rechts die panagia kastro kirche aus der zeit von 1400 bis 1600.

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rechts der blick auf die südküste westlich von chorio. im oberen teil von chorio komme ich dann unterhalb des kastros zu den thronen von zeuss und hekate, in der griechischen mythologie die göttin der magie. die beiden in stein gehauenen bänke tragen entsprechende inschriften „von zeuss“ und „von hekate“ und werden daher als den gött*innen gewidmete altare interpretiert.

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von hier aus ist es nur noch ein kleines stück bis zum kastro, der im auftrag des johanniter ordens in der zeit von 1309 bis 1522 erbauten festung, 1476 bis 1503 unter der leitung des großmeisters und ingenieurs des ritterordens pierre d‘ aubusson. die namen der arbeiter*innen, die die imposante festung tatsächlich erbauten, sind vermutlich nicht überliefert. in der festung gibt es zisternen um regenwasser zu sammeln, verschiedene häuser und die kirche agios nikolaos.

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auch habe ich von der festung aus natürlich einen herausragenden ausblick, etwa auf die halbinsel trachia im süden, auf den hafen im osten und auf die strasse zum kloster i giannis alarga im westen der insel und chorio unterhalb der festung im norden.

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auf dem weg zurück herunter zum hafen komme ich nochmal am pondarmos strand vorbei. ins meer will ich aber lieber im hafen nahe bei meinem „sailors house“. die strasse von pondarmos zum hafen heisst boulevard tarpon springs, viele ehemalige bewohner*innen von chalki in die USA ausgewandert sind und dort in florida eine stadt tarpon springs gegründet, die stadt der schwammtaucher, so wie chalki früher eine insel der schwammtaucher war. als zeichen der verbundenheit wurde daher die strasse hier boulevard tarpon springs genannt.

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am samstag gehe ich den tag dann ruhiger an und leiste mir einen strandtag. ich fahre zuerst mit dem inselbus zum kania strand im osten der insel. ein schöner kleiner strand in einer geschützen bucht mit blick auf rhodos in der ferne.

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am mittag nehme ich den vorletzten bus zurück in den ort, weil ich nicht den ganzen tag hier bleiben möchte. ich laufe nochmal durch den südlichen teil des dorfes, diesmal durch eine gasse die näher am wasser liegt als mein weg vor zwei tagen. direkt am meer gibt es hier, ausserhalb der ca. 200 meter im zentrum der ortes, keine wege, weil die häuser direkt ans wasser gebaut sind mit terasse und badeleiter ins meer.

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so komme ich nochmal zum ftaenagia strand, der mir von den drei besuchten stränden am besten gefällt. der eigentliche „strand“ ist zwar nur sehr kurz, das bild unten links zeigt schon etwa die hälfte. aber es gibt felsen daneben auf denen man sich sonnen und unter denen man im wasser gut tauchen kann. und man hat einen schönen blick auf die kleine insel nisos östlich von chalki und rhodos.

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heute lasse ich es nicht allzuspät werden und kehre schon am späten nachmittag zurück in den ort, vorbei an den malerischen fischerbooten und esse noch halki nudeln. eine spezialität der insel, selbst gemachte kleine nudeln mit käse und zwiebeln. denn am sonntag geht es schon um 5.50 uhr weiter mit der anek line prevelis nach kreta.

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halki pasta, chalki




thomas molck

Verfasst 27. August 2017 von xthomas in category "gr dodekanes