tokyo – die erste woche
im rahmen des projekts „HSD Japan Gateway“ mit dem wir in der hochschule düsseldorf den austausch mit japan ausbauen wollen reise reise ich im märz 2026 nach japan. mit einer gruppe von prof’s und mitarbeitenden der hochschule wollen wir hochschulen in japan besuchen, ich reise schon eine woche vorher an um erstmal etwas urlaub in tokyo zu machen.
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am 1. märz fliege ich zuerst von düsseldorf nach münchen und dann von dort in knapp 12 stunden nach tokyo. wir fliegen einen großen bogen um russland und die ukraine und dank eines der besten economy plätze an den aussentüren mit viel platz komme ich auch ohne verspannungen in tokyo an.
ich besorge mir direkt am flughafen eine welcome suica card die ich aufladen und für den öffentlichen nahverkehr nutzen kann. urbane züge und u-bahnen wie die monorail mit der ich vom flughafen in die stadt fahre sind günstig. in der stadt kostet eine strecke meist umgerechnet 1 bis 2 euro. mit der monorail geht es erstmal von flughafen haneda nach hamamatsuchō und von dort dan mit der japan railways (JR) yamanote line weiter nach shinjuku.
shinjuku station ist mit mehreren millionen fahrgästen pro tag einer der verkehrsreichsten bahnhöfe der welt, was man ihm nicht unbedingt ansieht. es gibt auch keine große bahnhofshalle, eher verwinkelte gänge vor allem auch im untergrund auf der ebene B1 wie das hier genannt wird. rund um den bahnhof gibt es viele geschäfte und im norden schließt sich das vergnügungsviertel kabukicho an, incl. kino mit godzillafigur auf dem dach und diversen spielhallen, j-pop bars, karaoke läden, etc. hier ist auch mein hotel, das APA higashi shinjuku kabukicho tower hotel in dem später auch die anderen in den ersten tagen der delegationsreise wohnen werden. es hat einen eigenen „onsen“ („heiße quelle“), ein bad mit heissen badebecken und sitzduschen, getrennt nach geschlechtern und – wie ich im hotel tv sehe – nicht zugelassen für gäste mit tatoos. da entspanne ich mich erstmal etwas nach den vielen stunden, die ich jetzt schon unterwegs bin und mache dann noch einen abendspaziergang in der umgebung der mich am frühen abend zum golden gai viertel führt, mehrere kleine gassen mit mini-bar’s und restaurants, sonst wohl auch recht touristenüberlaufen aber so früh am abend noch realtiv leer. über eine rot leuchtende treppe komme ich zum abendessen in ein rahmen-restaurant das kaum größer als mein zimmer in düsseldorf ist.
am ersten tag in tokyo, montag der 2. märz, war es schon trübe, am dienstag regnet es dann fast den ganzen tag. ich besorge mir in einem der supermärkte direkt beim hotel für umgerechnet ca. 3 euro einen transparenten schirm. auf den straßen laufen fast alle mit diesen schirmen herum. dann fahre ich ich mit der u-bahn zum museum of contemporary art tokyo in kōtō im osten tokyos.
aktuell gibt es hier die ausstellung zum tokyo contemporary art award 2024-2026, wo zwei gewinner des awards hier „wetlands“ präsentieren, kunst um das element „wasser“.
ausserdem hat das museum eine eigene kollektion und im untergeschoss gibt es noch die ausstellung „mission∞infinity | space + quantum + art“.
ich verlasse das museum kurz bevor es schließt am frühen abend. es ist immer noch regnerische und trüb, trotzdem nehme ich einen bus zum nahegelegenen tokyo sky tree, mit 634 metern dem höchsten fernsehturm der welt. allerdings liegen die aussichtsplattformen schon im nebel.
von hier aus fahre ich zwei stationen mit der sky tree line nach asakusa am sumida fluss. hier gibt es unter der asakusa station auch eine historische unterirdische einkaufsstraße in der aber die meisten läden schon geschlossen sind. ich laufe noch etwas durch asakusa und nehme dann die u-bahn und fahre wieder eine dreiviertelstunde quer durch die stadt nach shibuya zur großen kreuzung die man bei grün in allen richungen überqueren kann und der skuptur des hundes hachiko, der nach dem tod seines besitzers hier neun jahre immer wieder auf ihn gewartet haben soll.
im bahnhof von shibuya beeindruckt auch das wandbild myth of tomorrow von taro okamoto. aber nun ist es spät geworden, so dass ich mich weiter auf den weg mache mit dem zug zurück nach shinjuku in mein hotel.
am mittwoch zeigt sich dann endlich die sonne und ich erkunde erstmal die nähere umgebung im kabukicho.
auf der westseite der bahn liegt der stadtteil nishi-shinjuku mit großen büro- und verwaltungsgebäuden, unter anderem dem metropolitan government building, der verwaltung der präfektur tokyo. hier kann man in beiden flügeln der türme kostenlos auf die 45. etage fahren und die aussicht aus 202 metern höhe geniessen.
ich laufe zurück zum bahnhof shinjuku und in einem großen kamera- und elektronik kaufhaus bekomme ich einen cardreader für die speicherkarte meiner kamera die ich zuhause vergessen habe. mit der yamanote line fahre ich dann wieder nach shibuya um die berühmte kreuzung auch einmal bei tageslicht zu sehen.
bahnhof shibuya
dann fahre ich wieder ein stück zurück nach harajuku zur takeshita einkaufsstraße mit vielen animee, mode und anderen jugendkulturläden und laufe dann in der abendämmerung noch weiter durch den stadtteil.
dann geht es mit der u-bahn zurück nach shinjuku wo ich noch das gay-viertel ni-chōme erkunde. auch hier gibt es viele kleine kneipen in mehreren gassen, wo sich die gay- und queer-szene hier konzentriert. und auch hier sind die läden oft über mehrere stockwerke verteilt und es gibt entsprechende schilder an den häusern mit angabe der etagen 1F, 2F, etc.
hier esse ich in einem kleinen imbiss, wo man die bestellung am tisch an einem kleinen tablet eingibt, was wir später hier in japan und auch in korea noch oft erleben werden. auch das bezahlen funktioniert im selfservice, auch mit bargeld das man in scheinen und münzen ein einen automaten eingeben kann.
am donnerstag möchte ich dann kleinere stadtteile mehr ausserhalb des innenstadtrings erkunden. erstmal laufe ich dazu vom hotel durch kabukicho zur shinjuku station, heute wieder bei strahlendem sonnenschein.
von shinjuku fahre ich dann mit der JR chūō-sōbu line nach kōenji. in der jungle world hatte ich vor der reise eine reportage vom linken festival »No Limit« gefunden, das 2023 hier im linksalternativen stadtteil kōenji stattgefunden hat. vom linken nehme ich hier nicht soviel war aber alternativ ist der stadtteil mit netten vintage und secondhand läden und cafes schon, deutlich entspannnter als im zentrum von tokyo.
ich laufe durch die einkaufsstraße und den stadtteil nördlich der bahnline wo es auch ein badehaus gibt, das aber noch geschlossen ist. ich suche nach wandbildern die ich auf der webseite des mural city project kōenji gefunden habe, allerdings mit mäßigem erfolg. teilweise suche ich bestimmte hausnummern und verzweifle an dem nummerierungssystem, das immer einen ganzen block umfasst und dann die häuser in diesem block nach einen nicht immer durchschaubaren system nummeriert.
ich wechsele dann auf die südseite der bahn und komme durch eine art indoor-markt mit vielen geschlossenen läden zur pal street, einer weiteren überdachten einkaufsstraße. und hier finde ich dann auch ein paar wandbilder.
dann fahre ich zurück ins zentrum und dann wieder nach westen in einen anderen alternativen stadtteil nach shimo-kitazawa mit eine ähnllichen atmosphere wie kōenji. nachdem es dann richtig dunkel geworden ist, fahre ich wieder zurück nach shinjuku.
am miraion lion square erscheint auf einem dem großen cross shinjuku vision screen die große dreidimensonale katze die hier „wohnt“, morgens aufwacht, passant*innen begrüßt und abends schlafen geht.
am freitag fahre ich zum national art center in roppongi einem beeindruckenden modernen kunstpalast mit großen ausstellungen. wie auch schon beim museum of contemporary art tokyo gibt es vor dem museeum diverse verschließbare schirmständer.
ich besuche die ausstellung YBA and beyond über die young british artists von den späten 1980er bis in die frühen 2000er jahre. nach der thatcher-zeit haben viele junge britische künnstler*innen sich von traditionellen formen der gestaltung entfernt und neue ausdrucksformen, materialien, provokationen u.ä. entwickelt.
von jeremy deller’s history of the world kaufe ich im exklusiven YBA shop noch einen hoodie und mache mich dann auf den weg weiter durch roppongi zur 21 21 design sight wo aktuell die ausstellung learning from design maestros über 6 designer aus italien, deutschland und der schweiz mit videos, drucken und gegenständen aus ihrem langjährigen schaffen aus dem frühen 20. jahrhundert bis heute.
danach laufe ich weiter durch roppongi zum mori tower, einem weiteren skyscraper mit aussicht und auch mit einem weiteren kunstmuseum. und kurz vor der dämmerung geniesse ich nochmal den blick auf die stadt von der aussichtsetage 52F und dem sky deck 53F.
in der höhe des towers ist dann auch noch das mori art museum mit zeitgenössischer kunst mit der ausstellung „Roppongi Crossing 2025: What Passes Is Time. We Are Eternal.“ In der ausstellungreihe roppongi crossing präsentiert das museum seit 2004 alle drei jahre eine art „stichprobenbeobachtung“ der japanischen zeitgenössischen kunstszene.
das flugzeug in kitazawa jun’s „Fragile Gift“ ist ein langzeitprojekt des künstlers, der das flugzeug nakajima Ki-43 das sowohl vom japanischen militär im krieg gegen indonesien als auch später vom indonesischen militär genutzt wurde und so auch einen bezug zwischen den ländern herstellt, mit fragilen materialien wie bambus und stoff als kite rekonsturierte. es gab auch schon einen testflug in indonesien und ziel ist es auch in japan damit zu fliegen. in kihara tomo’s installation “What Plays You?” kann man an bildschirmen spielen und mit entscheidungen in verschiedenen lebensperioden den weg einer mit ki generieten person von bestimmen.
am samstag folge ich einem tip eines alten freundes und kollegen, der mir nach meinen ersten instagrampost’s den nakano broadway empfohlen hat. nakano liegt auf dem weg von shinjuku nach kōenji, hätte also donnerstag schon gut in meine tour gepasst, aber das hatte ich den tip noch nicht. von der nakano station geht es durch eine einkaufsstraße zum nakano broadway, einem großen gebäude mit diversen secondhand animee und anderen läden über vier etagen.
von nakano nehme ich dann den bus zum yoyogi park und laufe vom westgate durch den park nach harajuku. der park war mal ein trainingsgelände der armee, auch nach dem 2. weltkrieg noch von der us army genutzt und wurde dann zu den olympischen spielen von 1964 zum park unter anderem mit dem olympischen dorf. im park gibt es mehrere skulpturen: das first flight monument das an die ersten flüge in japan erinnert die hier am anfang der 20. jahrhunderts teil der militärischen nutzung waren. und etwas weiter richtung harajuku kazuo kikuchi’s “Statue of Happiness” und federico silva’s „Quetzalcoatl“.
nach dem besuch im park ist es schon wieder dunkel und ich fahre von harajuku nochmal nach shibuya für einen kurzen besuch im nintendo store und zum abendessen in einem restaurant, in dem man sich das gemüse, nudeln und fleisch selbst brät und gart.
nachdem am samstag der himmel eher bedeckt war, ist es sonntag wieder sonniger und ich buche mir ein ticket für den tokyo sky tree und fahre dann mit der u-bahn wieder zunächst bis zum sumida fluss bei asakusa und laufe zum flussufer. da stoße ich erstmal auf eine der vielen individuell gestalteten öffentlichen toiletten, dann geht es am fluss entlang nach asakusa. eine der unterführungen an der promenade ist nur von 6 bis 21 uhr geöffnet, vermutlich damit niemand darin übernachten kann.
von der asakusa station laufe ich dann zum asakusa schrein, auch wenn es an einem sonnigen sonntagmittag hier ziemlich überlaufen ist. aber einmal wollte ich dann in dieser wochen auch nochmal einen schrein besuchen.
von da aus geht es dann durch die belebten straßen von asakusa zurück zum fluss und weiter auf die andere seite richtig tokyo sky tree.
der tokyo sky tree ist laut wikipedia mit 634 metern der höchste fernsehturm und das dritthöchste gebäude der welt.
nach dem ausgiebigen aufenhalt auf den beiden plattformen des sky trees fahre ich dann noch zum tokyo tower, der japanischen roten variante des eiffelturms. auch wenn es schon bald dämmert fahre ich auch hier zumindest noch einmal auf die untere plattform und sehe in der ferne noch einmal bis zum mount fuji.
und danach besuche ich dann noch die ausstellung teamLap borderless, ein ausstellungsraum mit projektionen die auf den wänden von raum zu raum wandern und anderen digitalen objekten.
dann geht es zurück nach shinjuku, wo mittlerweile kolleg*innen aus der hochschule angekommen sind, mit denen ich in den nächsten zwei wochen im rahmen des HSD Japan Gateway projekts hochschulen in ganz japan besuchen werde. am abend treffen wir uns noch in einer kneipe in kabukicho.








































































































































































