Februar 27

lanzarote vom süden bis zum norden

aus dem kalten düsseldorf komme ich am samstag nachmittag bei 22° und sonne in lanzarote an. in playa blanca ist carneval, der hier immer mehrere wochen lang von der hauptstadt arrecife durch die anderen orte der insel wandert. für die ersten drei tage leihe ich mir wieder ein fahrrad und mache touren in die umgebung. am mittwoch geht es dann mit dem auto in den norden.

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sonntag geht es auf den montaña roja, den kleinen vulkan direkt um die ecke. eigentlich hatte ich mich recht spontan entschieden, den weg auf den berg zu suchen, der dem centrum von playa blanca am nächsten ist und auf den ich jeden tag schaue. oben wurde ich dann mit einem beindruckenden vulkankegel mit belohnt, um den man gut herumwandern kann und in allen richtungen auch immer wieder tolle ausblicke auf den süden von lanzarote hat.

montag ging es dann wieder richtung playa papagayo, für mich der schönste strand der kanarischen inseln. östlich von playa blanca geht es erst in die geröllwüste und bevor ich zum strand fahre biege ich links auf eine schotterpiste nach norden. am ende reizt die bergkette los ajaches zum aufstieg und ich suche mir einen weg auf den ca. 260 m hohen gipfel des los morros de la hacha chica. wieder werde ich mit einem tollen blick, nach norden bis nach arrecife und nach süden bis nach fuerteventura belohnt.

danach dann zum playa papagayo und zu fuß weiter zum strand puerto muela. hier an der ostküste der insel steht bei dem nordostwind der stärke 4 bis 5 starke brandung die zum baden einlädt. ich schwimme heraus und lasse mich von den wellen wieder an den strand treiben. dann noch einen café americano am playa papagayo und in der abendsonne zurück nach playa blanca wo ich wie am sonntag in der marina rubicón in netten cafés esse und mit einem glas wein photos sichte und schreibe.

dienstag mache ich mich dann mit dem fahrrad auf den weg nach norden. über die LZ 30 die playa blanca mit dem zentrum der insel verbindet komme ich zunächst zu den salinas de janubio. bis in die 80er jahre wurde hier noch in großen mengen salz produziert, heute gibt es nur noch eine kleine restproduktion. früher war die salzproduktion wichtiger, weil mit dem salz lebensmittel für die schiffe haltbar gemacht wurden, die über die kanarischen inseln nach amerika fuhren.

von den salinas de janubio führt eine kleine küstenstrasse an den ausläufern des lavafeldes entlang, das durch den fluss der lava von den feuerbergen ins meer entstanden ist. entsprechend schroff ist die felsige küste an der sicht meterhoch die wellen brechen. besonders eindrucksvoll an den los hervideros, wo das meer in kleine höhlen in den felsen strömt und in wilden fontänen in die luft wirbelt.

von dort geht es weiter entlang der zerklüfteten moodlandschaft zum vulkan bei el golfo. der eigentliche vulkanausbruch ereignete sich in der eiszeit (im pleistozän) im meer. überig geblieben ist nun nur ein halber vulkankegel an land mit einer grünen lagune, der charco del los clicos zwischen dem fels und dem schwarzen strand. durch viele algen und das seewasser, dass durch unterirdische verbindungskanäle in die lagune fliesst, entsteht die grüne farbe.

am anderen ende von el golfo lasse ich das fahrrad stehen und wandere durch das lavafeld bis zum parque nacional de timanfaya und noch ein stück in den park hinein. wie schon im letzten jahr beeindruckt mich die karge moodlandschaft, die vielen keinen lavaformationen und im westen das wilde meer.

so ist es schon recht spät, als ich mich zurück in el golfo wieder auf das fahrrad schwinge um zurück nach playa blanca zu fahren. etwas müde und geschafft von der tour bleibe ich an diesem abend in meinem bungalow in den atlantic gardens. leider ist die wlan-verbindung aber hier so lahm, dass es nichts mehr wird mit dem hochladen der bilder von heute. morgen muss ich mir wieder einen wlan spot in einem café suchen.

am mittwoch leihe ich mir ein auto um mehr vom norden der insel zu erkunden. vor einem jahr bin ich mit dem roller ja nur bis zu den feuerbergen im parque nacional de timanfaya und nach arrecife gekommen. ich fahre wieder durch den parque nacional de timanfaya durch die lavalandschaft und durch kleine dörfer bis in die mitte der insel wo ich die villa besuche, die césar manrique sich hier zum leben und arbeiten erschaffen hat und in der heute die stiftung césar manrique ein museeum betreibt. manrique ist der künstler lanzarotes, auf dessen werke man überall trifft. hinweisschilder zu sehenswürdigkeiten, restaurants in lavafelsen, aussichtspunkte, skulpturen in der mitte von verkehrskreiseln, … und im ist es auch zu verdanken, dass es keine werbetafeln in der landschaft gibt, überhaupt hat er beigetragen, dass der tourismus auf lanzarote sanfter und naturverbundener ist als an anderen orten.

seine villa ist auch in die lava gebaut mit wohneräumen unter schwarzen vulkangestein und überall bilder, skulpturen, wandmalereinen, pflanzen, … die stiftung ist heute auch politisch aktiv mit einer kampagne gegen die suche nach erdöl durch REPSOL 25 km vor der küste von lanzarote und fuerteventura für die in der ausstellung auch unterschriften gesammelt werden und flugblätter ausliegen: „Wir wollen kein Erdöl am Strand. Ja zu erneuerbaren Energien!“

von hier aus fahre ich auf die berge im norden, zuerst zum aussichtspunkt am ermita de las nieves mit schönem blick nach süden auf la caleta, die playa de famara und den parque nacional de timanfaya im hintergrund. von hier aus geht es auf der bergstrasse nach norden bis zum mirador del rio, dem nördlichsten aussichtspunkt mit herausragendem blick auf die kleine nachbarinsel la graciosa und die kleinen unbewohnten inseln isla de montaña clara und isla de alegranza. der mirador del rio ist auch selbst ein bemerkenswertes architektonisches werk césar manrique’s, das sich sehr schön in die natur des vulkanfels einfügt.

von hier aus geht es herunter nach orzola, dem nördlichsten hafen lanzarotes von wo aus es eine verbindung nach la graciosa gibt. abgesehen davon ein eher beschaulicher ort mit einer handvoll restaurants und kleinen booten an mooringen im hafen.

von hier führt eine küstenstrasse wieder durch ein lavafeld um die nordost-spitze der insel, teilweise unterbrochen durch kleine strände mit sand und dünen zwischen lavabrocken.

kurz vor arrieta besuche ich die jameos del aqua, eine vulkanische höhle mit einem unterirdischen see in dem blinde albinokrebse leben, die bei einer vulkaneruption aus 2000m tiefe aus dem ozean hierhergespült wurden und sich in der lagune weiter vermehren. kurz vor dem sonnenuntergang mache ich noch einen kurzen abstecher nach arrieta um dann über schnellstraßen und ein kurzes stück autobahn zurück nach playa blanca zu fahren.

mit dem auto komme ich auch bequem zu meiner lieblingsbar vino blanco in der marina rubicón, einer schönen lounge wo ich bei entspannter musik draussen am kai auf weissen sofas sitzen kann und während die jachten sich leicht in wind und wasser bewegen exotische salate essen, photos auswählen und schreiben kann. und hier ist auch das wlan akzeptabel schnell 😉



thomas molck

Veröffentlicht27. Februar 2013 von xthomas in Kategorie "es lanzarote

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