Juli 28

rom – neapel

im sommer fahre ich mit zug und fahrrad das erste mal nach italien. ich erkunde rom und fahre dann an der küste entlang nach süden bis nach genua. dort fahre ich nach pompei und auf den vesuv und am ende nach ischa.

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ich besuche eine freunde in süddeutschland und freunde von der homolandwoche in bern und fahre dann weiter mit zug und fahrrad nach rom.

mit dem zug zunächst von basel nach mailand. an der grenze recht scharfe kontrollen der italienischen grenzer. am nächsten wochende fand in genua das g8 gipfeltreffen statt wo große demonstrationen geplant waren und am ende ein polizist einen demonstranten erschossen hat. die grenzer konfizieren mein nietenarm- und halsband.

vom mailand dann weiter nach falconera maritima, einen kleinen badeort an der adria wo ich von 23 bis 3 uhr aufenthalt hatte. mit dem fahrrad fuhr ich ein wenig umher, einen kleinen berg hoch und wieder herunter und zum strand, zu den man erst kommt, wenn mann eine straße und eine eingzäunte bahnlinie überquert hat, unter denen es regelmäßig kleine tunnel gibt. am strand gab es auch um mitternacht noch offene cafes und es war angenehm warm. um 3 uhr ging dann mein zug nach roma termini, dem hauptbahnhof bei den thermen.

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drei tage rom, ich schlief in der jugendherberge im foro italico, einem von mussolini erbauten sportzentrum das nach dem krieg dann auch für eine olympiade in rom genutzt wurde. von dort führte mein täglicher weg am tiber entlang zum zentrum. rechts des tibers liegt von dort aus gesehen der vatikan und die engelsburg, die einigen päbsten im mittelalter zur flucht über eine mauer die vom vatikan dorthin führt diente. links des tibers das zentrum der stadt mit regierungsgebäuden, shopping zone und dahinter das forum romanum, das zentrum des antiken roms mit kolosseum und circus maximus. während das kolosseum noch ein großes und imposantes gebäude ist, ist der circus maximus nur noch eine große wiese.

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daran vorbei ging es am dritten tag in rom nach westen, zunächst nach Eur (Esposizione Universale di Roma), der „mussolini-stadt“ die der diktator als zeichen dafür, wie er sich den modernen städtebau vorstellte, bauen ließ. heute bezeichnender weise ergänzt durch die nationalen zentralen großer banken und konzerne.

von dort wollte ich weiter nach ostia lido, ans mittelmeer. aber in den vielen straßen zwischen den hochhäusern der vorstädte, da wo nach meiner karte eigentlich nur felder sein sollten, fand ich kaum den weg und irgendwann endete die straße an einer autobahn.

weil ich keinen anderen weg wußte, fuhr ich die autobahn entlang, bis ich wieder auf eine straße kam, die nach meiner karte in die richtige richtung führt. später wird die straße zu einer autostraße, verboten für fahrräder. kein hinweis, wie man den mit dem fahrrad anders fahren könnte. und wieder neubaugebiete die es nach der karte gar nicht gibt und strassen die nach vielen windungen einfach zuende sind.

als ich endlich in ostia war, war es dunkel und ich fand den campingplatz nicht mehr. zwei stunden irrte ich umher und fragte schließlich einen carabineri an einer straßekontrolle – die gibt es zu jeder tages und nachtzeit immer reichlich – der mir den richtigen weg erklärte.

so kam ich zu einem recht angenehmen campingplatz am castel fuseano mit eigenem pool, restaurant und supermarkt wo ich gleich zwei nächte blieb. am nächsten tag sah ich mir dann, sozusagen zum abschluß des kulturellen teils der reise, noch die ausgrabungen in ostia antica an, die wirklich interessant sind, weil eine gut erhaltene stadt mit ihrer infrastruktur erkennbar ist.

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am nächsten tag fuhr ich dann die küste entlang, die dort noch sehr flach war und manchmal an holland erinnerte. ostia selbst noch relativ öde, die strände sind streng unterteilte parzellen wo man eintritt zahlen muss und liegestühle, bars und manchmal swimming pools vorfindet.

etwas weiter südlich hinter großen dünen ist dann der „frei strand“ der kommune rom mit unzähligen kleinen parkplätzen an der straße die aber natürlich gebührenpflichtig sind.

es folgen kleinere und nettere badeorte und am ende des tages wurde die küste noch etwas bergiger, was am „parco circeo“ mit dem malerischen bergdorf „san felice circeo“ begann. in der nähe verbrachte ich die nächste nacht auf einem einfacheren  campingplatz der aber einen netten kleinen strand mit bar hatte, wo ich den nächsten vormittag verbrachte.

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am nachmittag fuhr ich weiter über die schöne bergige küstenstraße nach süden bis baia domizia wo ich die teuerste campingnacht für fast 50 dm verbrachte in einem feriendorf mit eigenem strand, swimming pool, bars, disco und kino. es hat sich insofern gelohnt, als dass ich hier das beste badeerlebniss in richtiger „nordseebrandung“ hatte. später konnte ich im kino noch teile von „Il Gladiatori“ sehen, zwar auf  italienisch was aber trotzdem nicht schwer zu verstehen war.

am nächsten tag verließ ich die berge schon wieder auf einer straße richtung neapel die nun etwas weiter vom meer weg liegt und eher langweilig ist. erst bei pozzuoli, dem letzten ort von neapel wurde es wieder interessanter und in pozzuoli war alles schon sehr städtisch mit vielen häuser, hafen, strassenbahn, stadtbussen, industrie … und kein campingplatz den es laut karte hier eigentlich geben sollte.

ich wußte nicht wo ich übernachten soll und fuhr einfach weiter nach neapel und hatte glück, die jugendherberge lag gleich im ersten stadtteil den ich durchquerte, in mergellina und hatte noch platz frei.

ich plante in den nächsten tagen auf den versuv zu fahren und capri zu besuchen. beides etwas geheimnissvolle orte die ich dann am ende doch nicht erreichte.

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am nächsten tag machte ich mich auf zum vesuv und fluchte 20 km lang wo es auf dem weg keine alternative zum kopfsteinplaster neapels gab. eine ganze stadt voll kopfsteinpflaster, sehr unattraktiv für fahrradfahrer. ich hatte eher positive erwartungen an diese stadt am meer aber mittlerweile mag ich sie kaum noch weil die erinnerungen immer von meinem kopfsteinpflaster-gequälten körper überschattet wird.

den campingplatz, den es laut karte in torre el greco südlich von neapel am fuße des vesuv geben sollte gab es natürlich auch nicht. ich fuhr weiter bis pompej wo ich wenigstens eine sehr schöne jugendherberge fand.

ohne gepäck fuhr ich auf den vesuv auf einer straße die nach etwa 3 km und 500 bis 600 m höhenunterschied wieder zuende war. zum krater führt eine andere. hier oben gab es nur große luxushotels und restaurants. in einem bekam ich immerhin eine flasche wasser für meine ausgetrocknete kehle. ich ließ mich den berg herunterrollen und as in pompej in einem kleinen restaurant tortellini bolognese.

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sehr angenehm in den italienischen restaurants fand ich, dass es fast immer einen günstigen tischwein gibt, hier zum beispiel einen halben liter für 3 dm, der meist gar nicht so schlecht ist.

am nächsten morgen fuhr ich früh um 7.30 uhr mit einem zug zurück nach neapel, von dem ich dachte dass er direk nach mergellina in die nähe der jugendherberge fährt. dort wollte ich dann die nächsten drei nächte bleiben und morgen für einen tag nach capri fahren. aber der zug fährt nach napoli centrale, dem hauptbahnhof am anderen ende der innenstadt.

also stieg ich wieder aufs rad und fuhr über nervige kopfsteinpflasterstrassen. am hafen entschied ich mich dann einfach spontan nach ischa zu fahren. ich brauchte entspannung und wußte dass es dort eine jugendherberge und campingplätze gibt.

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ich suche immer wieder herausforderungen. wo es einen leichten und einen schweren weg gibt wähle ich den schweren. wo es einen berg gibt will ich hoch. eben in der jugendherberge sagte man mir, erst um 18 uhr wäre klar, ob es noch ein freies bett gäbe. also gut, fahre ich zum strand und relaxe, dachte ich mir und nahm dann doch den kleinen weg den berg hinauf. am ende bekomme ich ein bett und verbringe die letzten tage im schönen forio auf ischia. die vierbett zimmer in der jugendherberge haben balkon mit meerblick und ein eigenes bad. es gibt einen kleinen swimming pool und der strand ist nicht weit. blaues klares wasser mit kleinen felsen, zu denen man schwimmen kann. kleine berge auf die man hochlaufen kann, eine therme mit thermalbecken & sauna, …

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thomas molck

Veröffentlicht28. Juli 2001 von xthomas in Kategorie "it neapel", "it rom

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