August 9

ein tag am meer

nach drei tagen voll mit workshops und partys in fensterlosen schwarzen club in dem queeruption stattfindet und im bus brauche ich mal einen richtigen urlaubstag. daher verbringe ich den montag mit merit aus köln draußen in jaffa und tel aviv.

wir laufen über die dereh kibuts galuyot, eine große und viel befahrene strasse im süden von tel aviv richtung meer. der stadtteil in dem wir gerade leben ist geprägt von vielen auto- und motorradwerkstätten. nachdem wir an der riesigen polizeiststation von jaffa vorbei gegangen sind besuchen wir zunächst die strassenmärkte in den engen und etwas heruntergekommenen straßen des lebendigen teils von jaffa, östlich der altstadt.

die altstadt direkt am hafen hingegen ist zwar auch sehr schön, aber irgendwie unwirklich sauber und leer. nun sind in diesen tagen des krieges auch kaum touristInnen hier. alles sieht zwar alt aus, ist aber neu gebaut. ein musterbeispiel von gentrification die hier die alten arabischen bewohnerInnen vertrieben hat und einen raum geschaffen hat, der heute vor allem von touristInnen und israelis besucht wird.

wir setzen uns in ein leeres cafe in den neuen mauern der altstadt mit wunderbarem blick auf die skyline von tel aviv und den andromeda-felsen, trinken kaffee und essen mousse au chocolade und merit erzählte den mythos des felsen:

an den felsen soll andromeda, die schöne tochter des königs kepheus gefesselt worden sein, weil kassiopeia, die eitle frau des königs behauptet hatte, schöner als alle anderen zu sein. dies entzürnte die meeresnymphen, die im verbund mit poseidon überschwemmung und einen alles fressenden haifisch über das land brachten. deshalb sollte andromeda einem meeresungeheuer geopfert werden. aber als andromeda gefesselt war an den felsen, kam persus herangeflogen und war verzaubert von ihrer schönheit. und als das ungeheuer aus dem meer kam erschlug perseus es aus der luft und heiratete andromeda.

von old jaffa gehen wir am strand entlang zum zentrum von tel aviv und dort über den carmel market im jeminitischen viertel von tel aviv mit unzähligen ständen mit kleidung, werkzeugen, gewürzen und anderen lebensmitteln.

später laufen wir weiter ins zentrum, besuchen den brunnen in der bialik strasse, der die geschichte jaffas in einem mosaik darstellt und erholen uns etwas im ersten park der stadt, dem gan me’ir park.

schließlich laufen wir über die sderot rothschild vorbei an einigen häusern im bauhaus-stil zurück nach florentin und zu queeruption-club.

am dienstag bleibe ich dann die meiste zeit auf workshops im club, wo wir transparente und einen flyer für eine aktion am donnerstag auf dem world pride in jerusalem vorbereiten. am abend gehen wir nochmal zum schwimmen und duschen an den strand von jaffa und in der nacht folgt die queeruption sex-party.



thomas molck

Veröffentlicht9. August 2006 von xthomas in Kategorie "il tel aviv

4 COMMENTS :

  1. By thomas (Beitrag Autor) on

    hi frank, die mail gibt es nur bei neuen kommentaren zu dieser meldung, die du bereits bekommen hast und nicht bei neuen beitraegen. ber vielleicht funktioniert es auch nicht. einfach oefter mal reinschauen (-:

  2. By Sir ladybug beetle (Beitrag Autor) on

    sehr interessant alles. vielen Dank.
    Wünsche noch coole Tage heisse Nächte.

    PS: hab keine Mitteilungsmail bekommen trotz ankreuzen. Probiere es nochmal, jetzt mit 2 Häkchen.

  3. By Trudis (Beitrag Autor) on

    Lieber Thomas,
    Dein Weblog ist richtig interessant! Klasse, wie Du sowohl die Gentrification als auch den Mythos des Andromeda-Felsens anschaulich beschreibst u. uns teilhaben lässt an deinem Leben.

    Deine Hinweise zu Studiengängen haben mir sehr weiter geholfen, ich arbeite gut damit.
    Leider war ich nur zwei Tage auf dem Boot, weil mir dann eine üble Erkältung dazwischen kam. Jetzt bin ich noch in Kleve zum Auskurieren und mache mich am Freitag wieder auf nach Ravensburg.

    Ich melde mich wieder und wünsche Dir weiterhin eine gute Zeit in Israel.

    In alter Freundschaft Trudis

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