August 29

centro de madrid

in den ersten beiden tagen in madrid erkunde ich das centrum und weite meine wege dann immer weiter nach aussen. zunächst die innenstadt mit ihren vielen plazas, der puerta del sol und der gran via, von dort ins schwule szeneviertel chueca. später auch durch das szeneviertel lavapié, zum sonntagsflohmarkt rastro, in die kulturzentren la tabacalera und la casa encendida. und dann noch durch die historische altstadt, am königlichen palast vorbei zum fluss und quer durch den riesigen park casa de campo …

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die zugfahrt von lissabon nach madrid ist angenehm, im vierbett-abteil der touristenklassen gibt es ausreichend platz und in der bar einen unterhaltsamen barkeeper, auch wenn ich meist kein wort verstehe. am samstag morgen komme ich um 9 uhr an der station chamartin an und komme schnell und einfach mit der metro zum hostel las musas in lavapié.

der tag liegt ja noch vor mir, daher mache ich mich gleich auf den weg in die stadt richtung puerta del sol. das ist nicht weit, aber in der innenstadt reiht sich ein netter platz an den anderen so dass ich kleine umwege mache und auf der plaza de jacinto benavente kaffe trinke (bilder 4362, 4363, 4369). schliesslich komme ich zur puerta del sol, wo noch vor einigen wochen grosse soziale protestkundgebungen stattgefunden haben und die besucher_innen des katholischen jugendtages vorletzte woche wieder vertrieben wurden. jetzt herrscht hier wieder das touristische treiben und von alledem ist nichts mehr zu spüren (4370, 4376).

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ich laufe über die gran via und ihren nebenstrassen bis zurm circulo de bellas artes, einem kunstverein mit café an der gran via und dachterasse mit blick über die stadt. die gran via ist die prachtstrasse mit grossen banken, in der mitte ein kleines hochhaus der telefonica im art-decor-stil, das wie das empire state building in miniatur aussieht (4377. 4383, 4384, 4387, 4388, 4392, 4393).

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von hier aus laufe ich weiter hoch in den angrenzenden stadtteil chueca, ein alternatives viertel mit den meisten schwulenkneipen in madrid. aber die bar libertad 8 war auch ein treffpunkt oppositioneller in der diktatur in spanien (4397, 4399).

mit der metro geht es zurück nach lavapiés, auch einem alternativen viertel mit multikultureller atmosphere. in der calle argumosa gibt es hier viele nette strassencafes und von hier ist es auch nicht weit zu meinem hostel (4403, 4407, 4410, 4411, 4417).

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nun bin ich doch etwas müde nach der kurzen nacht im zug, aber nach einer pause ziehe ich dann am abend doch nochmal los durch chueca. auch am späten abend ist auf den strassen überall etwas los, leute sitzen in strassencafés oder stehen einfach herum und unterhalten sich. auf dem platz an dem die calle de don felipe und die calle de sta bárbara zusammentreffen sitzen viele sehr junge leute mit ihren getränken einfach auf dem boden. aber als ich später hier nochmal vorbei komme stehen zwei poizisten in der mitte und der platz ist deutlich leerer. mitgebrachten alkohol aus plastiktüten in der öffenlichkeit zu trinken ist auch hier nicht erwünscht, während die zahlenden gäste an den tischen der zahllosen strassencafes keine probleme bekommen, egal was sie trinken.

am sonntag starte ich dann auf dem grossen sonntagsflohmarkt rastro, gleich um die ecke, auch wenn es hier nur wenig alternativen trödel und viel kommerzielle billigklamotten und anderes gibt. am ende der flohmarktes bin ich auf der ronda de toledo, einem stück der grossen ringstrasse rund um das centrum von madrid (4424, 4438).

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ich fahre eine station mit dem bus bis zum kreisverkehr embajadores. in einer alten tabakfabrik gibt es hier eine videoausstellung und ein autonomes kulturzentrum. eigentlich soll hier das centro nacional de artes Visuales entstehen, aber darum gibt es wohl auseinandersetzungen mit dem autonomen kulturzentrum. das museo edificio de tabacalera scheint auf jeden fall ein teil dieses plans für ein centro nacional de artes Visuales zu sein. in den alten dunklen farbrikräumen, die sich für videopräsentationen hervorragend eignen, zeigt die ausstellung „Fábulas Problemáticas – Mujeres en el espacio social, Conflictos y Paradojas“ diverse videos. „Odi et amo“ vom maria azparren (2011) zeigt z.b. zwei lehmblöcke die von zwei händen recht unterschiedlich bearbeitet werden. einmal hart, mit faustschlägen und einmal weich bis zart mit eher streichelnden bewegungen (4454).

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gleich nebenan laden offene türen ins centro social autogestiomado – la tabacalera de lavapié ein. eine mischung aus autonomen- und soziokulturellen zentrum mit einem wochenplan mit kreativen workshops, verschiedenen räumen wie einem afro-space mit trommeln, einen raum mit farben und anderen utensilien für bildende kunst, einem open-air-kino, einen raum mit alten computern und spielkonsolen und einem flur mit bildern von konzerten, performances, ausstellungen, happenings und ein nettes alternatives café (4455, 4459, 4461, 4462).

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ein stück weiter auf der ringstrasse, die jetzt ronda de valencia heisst, folgt das nächste kulturzentrum, la casa encendida. nicht so selbstorganisiert-chaotisch wie die autonome tabacalera, aber auch ein zentrum für kultur, solidarität, ökologie und bildung. auch hier gibt es ausstellungen, plakate der Colección Metrópoli (4463). in der ausstellung Alrededor es imposible zeigt die installation „Street with a view“ von robin hewlett und ben kinsley (2008) in einem video wie ein google-street-view-auto mitten durch eine schützenparade fährt während auf einer wand daneben google streetview benutzt werden kann.

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von hier aus fahre ich nochmal mit dem bus zum bahnhof atocha, von wo aus ich mittwoch nach barcelona fahre. der riesige bahnhof hat terminals und sicherheitskontrollen wie ein flughafen (4465, 4466).

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mit der metro geht es weiter in die historische altstadt, die mir im vergleich mit chueca und lavapié recht glatt und und kalt erscheint, auch wenn sie von einer ähnlichen architektur geprägt ist. abgesehen vom feudalen plaza mayor natürlich (4474, 4476, 4479).

ich laufe die calle de bailén an der kathedrale und und dem königlichen palast entlang und durch die jardines de sabatini herunter zum bahnhof principe pio 4480, 4481, 4482).

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ich will endlich wieder mal ans wasser, an den rio manzanarez. dort angekommen merke ich, dass fluss hier ganz schön übertrieben ist. eher ein rinnsal fliesst da durch die stadt (4486).

auf der anderen seite des rio manzanarez mache ich mich auf den langen weg, quer durch den park casa de campo, vorbei am lago, einem kleinen see mit wasserballfeldern und ruderbooten und einem aussichtspunkt mit herausragenden blick auf die stadt (4487, 4494).

der park casa de campo ist recht gross und so weit ausserhalb der innenstadt begegne ich nun kaum noch touristen. etwa drei kilometerlang ist der weg bis zur teleférico station, von wo aus ich mit der gondelbahn in 15 minuten zurück in die stadt komme. gerade noch rechtzeitig für den sonnenuntergang beim ägyptischen tempel im parque de la montana (4501, 4526, 4545).

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mit der metro komme ich zum glück jetzt schnell wieder nach lavapié und ins hostel, um mich nach diesem anstrengenden tag zu erholen.



thomas molck

Veröffentlicht29. August 2011 von xthomas in Kategorie "es madrid

2 COMMENTS :

  1. By Inge (Beitrag Autor) on

    wieder ein langer Bericht mit vielen Fotos. Wie schaffst Du es, zu jedem Foto die Bezeichnung einzugeben? Geht das gleich beim Fotografieren? Überhaupt die vielen spanischen (und voher auch die portugiesischen) Namen, die alle richtig anzugeben.
    Merke, du vermisst das Meer/Wasser.
    Inge

  2. By thomas (Beitrag Autor) on

    ne beim fotografieren geht das noch nicht 🙂
    mache mir unterwegs notzien und manchmal fotografiere ich einfach auch strassenschilder. bin halt wissenschaftliches arbeiten mit quellenangaben gewohnt 🙂
    gruesse aus barcelona, thomas

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