August 21

zug von stockholm nach malmö und fähre nach saßnitz

am ende geht es schnell zurück, erst mit der konstantin simonov nach helsinki, von dort mit dem zug nach turku und der fähre nach stockholm und weiter mit dem zug nach malmö und mit der fähre nach saßnitz.  und schließlich von dort mit dem zug zurück nach düsseldorf.

93-0324

dias von der nordsee und skandinavien im sommer 1993 bei flickr >>

ich sitze im speisewage des intercity nach malmö, mir schräg gegenüber ein junger schwede, schwarzes t-shirt und schwarze jeans, alte sportschuhe irgendeiner noname-firma, blonde, leicht gelockte haaren, blaue augen, ein zartes, weiches gesicht mit einem kleinen mund, arme ohne armbänder, finger ohne ringe, …

back in germany, ein guiness vor mir sitze ich in einer der handvoll kneipen, die hier in saßnitz noch auf ha­ben. ich habe glück, sie hat bis 2 uhr auf, um 2.50 geht der zug nach berlin. so schell es möglich war bin ich von helsinki hierher, nach der ankunft der konstantin simonov am donnerstag mittag. weiter nach turku, wo ich zunächst in der jugendherberge bleiben wollte, weil die nachtfähre nur mit teurer kabine zu buchen war, dann aber doch die 35 mark für eine kabine ausgab – war dann auch sehr kuxeriös, zwei kojen, dusche und toilette in der kabine, … – von stockholm um 8.12 uhr direkt weiter nach malmö, wo ich auch  ein paar stun­den bleiben wollte, mir die stadt ansehen, keine ruhe, weiter weiter weiter, nach trelleborg, nächste fähre, und jetzt hier in saßnitz auf rügen, was ich auch noch nicht kenne, was mich aber jetzt nicht reizt.

was mich noch reizt ist berlin, theater, vielleicht – hof­fentlich – volksbühne, ein wenig kneipenkultur, noch­mal eine stadt, in der mehr passiert als in düssel­dorf, in der ich mich aber auskenne, und dann nach hause.

aber die theater, die mich in berlin interessiert hätten, hatten noch fe­rien, jugendtouristhotels gibt es laut telefonbuch nicht mehr, eigentlich hält mich nichts dort, es drängt mich mehr nach hause. weiter.

nun werde ich in zwei bis drei stunden wieder zuhause sein. fünf wochen hatte mein weg über wilhelmshaven, nordsee, norwegen, stockholm und helsinki bis nach leningrad gedauert. etwa 60 stunden werden es gewe­sen sein, die ich für den rückweg gebraucht haben werde. schneller geht es ohne flugzeug kaum. aber diese art zu reisen macht etwas deutlich von der weite der welt, von den entfernungen, etwas von dem, was die welten trennt.



thomas molck

Veröffentlicht21. August 1993 von xthomas in Kategorie "de berlin", "de ostsee", "se stockholm

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