März 3

storms river

ich hab es getan! der welt höchster bungee-jump von der 216 meter hohen bloukrans brücke. storms river ist ein natur- und adventure park. mit mountain-bike tour durch „indigenous forest“, bungee und drahtseil-fahrten über die baumkronen.

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alle bilder vom storms river bei flickr >>

von jeffreys bay fahre ich am freitag wieder mit dem baz bus und treffe prompt owen aus england wieder, mit dem ich in chintsa in einem bungalow gewohnt habe und der nun auf dem weg über wilderness nach cape town ist, wo er ein praktikum bei einer zeitung machen will und edith, der ich an der wild coast auch schon zweimal im baz bus begegnet bin, die ein backpacker newsletter herausgibt.

nachdem ich nun doch noch ein paar orte an der garden route besuchen will, lohnt es sich für den baz bus etwas mehr geld auszugeben und dafür immer vor die türe der backpacker gebracht zu werden.

heute ist es der the didge – dijembe in storms river villiage. einem schönen haus mit grossem garten, vielen hängematten, einem mini-whirlpool auf der veranda und aus baumteilen gebauten betten.

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storms river habe ich in meiner reiseplanung vor allem wegen der hängebrücke über die storms river mündung ausgewählt, aber ausgerechnet die wurde geschlossen, da sie nach waldbränden instabil geworden ist. aber die tsitsikamma region hat noch einiges mehr zu bieten. tsitsikamma ist khoi und bedeutet ort mit reichlichem oder sprudelnden wasser und liegt zwischen dem bloukrans river im westen bis zum eerste rivier im osten. nach norden begrenzt durch berge, nach süden der indische ozean und dazwischen vor allem wald.

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die storms river mündung ist aber doch 15 km entfernt von hier und die hängebrücke ja leider geschlossen. also leihe ich mir ein fahrrad und fahre ins nahe gelegene plaatbos nature reserve, wo es einen 22km langen cycle-trail zu einem aussichtspunkt oberhalb der storms river mündung gibt. dazu muss ich im djembee erstmal drei formulare ausfüllen und die damit erhaltene genehmigung dann im nature reserve bei mir haben.

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auf dem weg dorthin komme ich durch das dorf, das ungefähr aus vier schotterstrasse, drei backpackern und ein paar läden besteht. knapp zwei kilometer weiter im osten beginnt dann das nature reserve. die genehmigung kann man sich hier auch am tor kostenlos selbst ausstellen.

und dann geht es in den „indigenous forest“, wirkt ein wenig wie regenwald, ist aber nicht dasselbe. der cycle-trail folgt der alten nationalstrasse, dier hier bis 1955 durch den wald führte. von der strasse ist aber nicht mehr viel überig, so dass es wirklich amgebracht ist hier mit einem mountain bike durchzufahren.

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nach ca. vier kilometern bergab überquere ich auf der brücke der alten nationalstrasse den storms river, den ich hier auch ohne brücke hätte überqueren können und nach einiger zeit bergauf auf der anderen seite verlasse ich das nature reserve wieder und komme in ein gebiet, in dem die firma safcol forstwirtschaft betreibt. dieser weg führt mich bis zum viewpoint, wo ich das meer an der storms river mündung sehen kann.

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leider ist auch der fussweg nach unten gesperrt, sogar mit deutscher begründung auf dem schild: „Erdrutsche und felsenfälle verursacht durch neue feuer“. so fahre ich zurück zum nature reserve und nehme von der storms river brücke diesmal einen etwas anderen weg, der mich etwas tiefer in den wald und dann recht steil nach oben führt.

am späten nachmittag komme ich dann doch etwas erschöpft wieder im djembee an, 22 km sind zwar nicht viel, aber auf diesen wilden und hügeligen wegen schon anstrengend.

im dijembe erzählt brad, der besitzer auf der terasse stories wie er dieses haus gekauft hat als noch eine 87-jährige etwas verwirrte frau darin lebte und was er mit ihr hier erlebt hat. die atmosphere hier ist relativ familiär, es gibt nur etwa 10 gäste die sich am abend dann alle zum dinner treffen. abends wird es hier dann schon recht kühl, so das ich zum ersten mal in südafrika einen pullover auspacke.

am abend gibt es erstmal warmes bierbrot und auch hier wird wieder für alle gäste leckeres abendessen zubereitet und bei biologisch angebauten weisswein aus der region für 15 rand (1,50 euro) das glas kann man abends schön auf der terasse sitzen und schöne musik von der bar gemixt mit den grillen aus den büschen hören.

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am samstag tag kommen chris und sam aus wales mit dem baz bus hierher. auch sie waren nach coffee bay ein paar tage in jeffreys bay. klar dass sie das als die super-surfer nicht ausgelassen haben. gemeinsam mit den beiden und ein paar weiteren gästen brechen wir kurz danach mit brads pickup auf zur bloukrans bridge.

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die 216 meter hohe brücke sollder welt höchste bungee jump location sein. ich bin etwas unsicher ob ich das machen soll und schaue mir erstmal die sprünge an. natürlich gibt es hier einen pub mit guter sicht auf die sprünge, die auch live auf einen großen monitor übertragen werden.

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blick von der bloukrans brücke zum meer.

ich gehe dann mit den anderen auf die brücke und gleite erstmal an einem drahtseil unter der brücke her zur absprungplattform in der mitte.

hier springen sie nun eine nach dem anderen und ich denke mir, wann, wenn nicht jetzt. einmal im leben sollte ich einen bungee sprung gemacht haben und die höchste absprungstelle ist doch die gelegenheit. also springe ich. 7 sekunden freier fall mit einer geschwindigkeit von über 100 kmh, dann bremst das seil mich ab, deutlich sanfter als ich es erwartet hätte. aber das beste sind eben die ersten sekunden, eben dieser sprung einfach in die tiefe.

ich schwinge dann noch ein paar mal hoch und runter, dann wird jemand von oben abgeseilt und bringt mich wieder auf die brücke. und ich bin echt froh es getan zu haben!

am nachmittag mache ich dann noch die tsitsikamma canopy tour. an drahtseilen geht es diesmal von baumkrone zu baumkrone über 11 plattformen in bis zu 90 metern höhe. dabei hängt man sicher an zwei drahtseilen, muss aber vor der nächsten plattform selbst bremsen. dazu hat man an einer hand einen besonders verstärkten handschuh mit dem man sich auf dem drahtseil bremsen kann.

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ein grosser baum in der mitte ist schon 600 jahre alt und kann noch 1000 jahre alt werden, meint emu, einer unserer guides hier. am ende der tour gibt es dann, wie auch schon beim bungee dvds und cds mit videos und bildern zu kaufen.

die adventure tours sind hier insgesamt schon gut organisiert. dafür kosten sie aber auch ein vielfaches der touren in coffee bay. gleichzeitig hat aber auch storms river villiage sein township im westen des dorfes und direkt gegenüber des tsitsikamma adventures office hat der african national congress sein büro.

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davon muss man aber in der backpacker welt nichts mitbekommen. man kann hier von backpacker zu backpacker und von surfspot zu surfspot bequem mit dem baz bus reisen, abends bier trinken, poolbilliard spielen und spaß haben.

aber schon wenn man auf dem weg nach rechts und links schaut sieht man die anderen seiten südafrikas, die townships, die menschen an den strassenrändern, …

wobei ich in den backpackern auch immer wieder leuten begegne,die hier als freiwillige in diversen projekten arbeiten. auch heute wieder, später am abend am lagerfeuer, wo eine frau aus dänemark von ihren erfahrungen in einem projekt mit waisen-kindern in einem township in cape town erzählt. das die kinder dort trotz ihrer schwierigen lage ganz fröhlich und offen seien und auch die betreiberin des projektes eine sehr positive lebenshaltung habe, auch wenn sie oft nicht wisse, wovon sie am nächsten tag milch kaufen soll.

von dort kommt das gespräch auf die grundsätzliche bereitschaft, hilfe zu leisten, wobei drei frauen aus dänemark, deutschland und norwegen beklagen, dass sich in europa die menschen kaum darum kümmerten, wie es den anderen geht. dass z.b. kaum jemand anhalten würden, wenn jemand verletzt an der strasse liegt.

hier stellt eine südafrikanerin schnell klar, dass man in so einem fall auch in südafrika auf keinen fall anhalten würde, weil die gefahr dabei überfallen zu werden zu gross sei. hier würde man auf jeden fall weiterfahren und alles was man tun könne, wäre die polizei zu rufen.

sie erzählt auch, für südafrikanerInnen sei das eigene auto immer das sicherste verkehrsmittel. in nahverkehrszügen könne es hingegen passieren, das leute kommen und sagen „hey, mir gefällt den t-shirt, gib es mir“ und dass einem dann nichts anderes überig bleibt als es abzugeben. und dass man so nach und nach kleidung, handy und was man sonst noch dabei hat verlieren kann und einem auch niemand helfen würde, wenn man sich wehrt, weil alle angst hätten.

ein anderer südafrikaner relativiert das etwas, es sei vor allem regional sehr unterschiedlich und würde teilweise auch besser. gefährlich sei es aber auf jeden fall in der region johannesburg/pretoria, da sind die beiden sich einig.

hier in storms river und auch in jeffreys bay scheint das eine ganz andere welt zu sein. hier gibt es zwar keine nahverkehrszüge – im grunde gibt es fast gar keine öffentlichen nahverkehrsmittel – aber auch auf der stasse oder am strand hatte ich nie den eindruck, besonders gefährdet zu sein.



thomas molck

Veröffentlicht3. März 2008 von xthomas in Kategorie "za garden route

3 COMMENTS :

  1. By thomas (Beitrag Autor) on

    @klaus-martin – danke fuer den tip. leider weder umts noch laptop dabei. aber hier in mossel bay ist das netz schon fixer, dafuer 1 rand/minute

    @dan – haha nz – ist nur der zweithoechste spot 🙂

  2. By dan (Beitrag Autor) on

    HOLY FUCK !

    sehr gut gemacht, wenn nicht da springen, wo sonst (ok ok .nz, aber ansonsten, wuha!) Und danach neugeboren? direkt nochmal? adrenalin? cooooole nummer!

  3. By klaus-martin (Beitrag Autor) on

    hallo thomas,
    ich bin wieder einmal sehr beeindruckt von deinem tollen blog. macht sehr viel spass, wie aufmerksam und einfühlsam du über za berichtest. danke,
    mir ist noch was zu deinem kleinen internet problem eingefallen.
    falls du ein handy mit umts hast – für die wm musste (durfte) za ein komplettes umts netz aufbauen. die sim karten sind recht günstig…
    verbindung handy-laptop und dann gehts ab 😉
    manche sachen klappen halt auch im südlichen afrika.
    lg
    klaus martin

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