April 5

re:publica freitag

am meinem zweiten tag der re:publica geht’s weiter, eher mit standard-vorträgen bei den „stars“ und interessanten ideen in den kleineren workshops. jetzt ist sie zuende und ich freue mich auf ein nettes wochenende in berlin.

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erstmal zwei interessante vorträge am morgen im friedrichstadtpalast verpasst. e. al shafei erlebe ich dann immerhin noch in einer diskussionsrunde zum thema Axis? What axis? – The meaning of east and west in political online-activism. sie ist als online-activistin in bahrein aktiv und berichtet von politischer opposition und bürgerrechtlichem engagement und seine grenzen im nahen afrika. ein wenig kann man davon sehen in ihrem autorinnenprofil auf der plattform mideastyouth.com. sie diskutierte mit mary c. joyce, einer „media operations managerin“ in barak obamae wahlkampf, worüber sie später in einem workshop noch ausführlicher berichtet. dort meint sie auf die frage, ob obama wegen der aktivitäten internet die wahl gewonnen habe, letztlich gewonnen habe er nicht weil, er das internet gut genutzt hat, sondern weil es ihm gelungen ist, seine unterstützerInnen zu beteiligen (it’s all about partizipation) und dabei hat das internet eine entscheidende rolle gespielt.

der folgende vortrag von jimbo wales, dem begründer der wikipedia, ist dann leider nur die standard story, die es sicher schon etliche male vorgetragen hat. spannender ist da schon im anschluss cory doctorow, der der seine science fiction neben den traditionellen vertriebswegen auch frei ins netz stellt und darin keinen widerspruch sieht. er sagt viel gegen digital rights management und meint, dass es eigentlich ein schlechtes technologisches design ist, geräte zu konstruieren, die nicht auf den hören, der sie bedient, wie z.b. dvd player die eine dvd mit falschen regiocode nicht abspielen).

am nachmittag finden dann wieder kleinere vorträge und workshops in der kalkscheune statt. nach dem schon genannten vortrag von mary c. joyce spricht markus beckedahl von netzpolitik.org darüber, wie sich die main-stream politik in deutschland im web präsentiert und ob man das als politik 2.0 sehen kann.

in einem kleinen workshop am rande geht es um „shift happens“ in der game industry, wo christian sauer von xybris.com vertritt, das spiele heute immer mehr browserbasiert gebaut werden und fabien röhlinger die – ebenfalls browserbasierte – 3-d-dating-welt bailamo vorstellt, womit seine firma geld mit dem verkauf der accessoires der avataren zum flirten, wie etwa die animation zum küssen, zum übergeben einer rose oder eines glas bier verdienen will. der zugang ist in der tat viel einfacher als bei second life, aber die welt lange nicht so vielfältig und ausgereift, weil sie eben (noch?) nicht usergeneriert ist.

einer der interessantesten vorträge war dann für mich der von sebastian deterding über persuasives webdesign als ansatz, im web verhaltensänderungen zu erreichen. es nicht mehr – wie beim der usability-ansatz – nur einfach zu machen, dass etwas passiert, sondern zu bewirken, dass etwas passiert. vieles was deterding dazu referiert kommt mit aus den diskussionen um handlungsorientierung und konstruktivistische modelle beim e-learning sehr bekannt vor, aber es ist spannend, die ideen auch auf das webdesign bzw. die webentwicklung anzuwenden.

am ende lockert die präsentation freude. freiheit. alles der hedonistischen internationalen die konferenz auf, die polylux gehackt haben, lustige bunte performances auf demos machen und nackt nazikneipen und supermärkte stürmen.

alles in allem freue ich mich sehr, es dieses jahr endlich mal auf die re:publica geschafft zu haben und vieles aus der sphäre des netzes mal live erlebt und ein paar neue anregungen bekommen zu haben.

am abend beginnt dann mein individuelleres berlin programm mit dem besuch der interessanten ausstellung 1000 identitäten in der galerie am körnerpark, dem ergebniss von zwei workshops zur künstlerischen auseinandersetzung mit identität, einer trash-trans-tunten show in der galerie studio st. st. und später in der nach auf der london calling party im schwuz.

am samstag kommen wir entsprechend spät aus dem bett um dann die spannende ausstellung aufwachen von clemens krauss im haus am waldsee anzusehen (artikel zur ausstellung in der frankfurter rundschau) und den schönen tag an krumme lanke und wannsee zu verbringen. und gleich geht’s zu kiss my blood in den ackerkeller.



thomas molck

Veröffentlicht5. April 2009 von xthomas in Kategorie "de berlin

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