April 7

frühling in berlin

insgesamt hatte ich noch ein sehr nettes verlängertes wochenende in berlin mit einer dokumentarfilmpremiere zum tarifkampf im einzelhandel, einer puppentheaterversion von speed in der supamolly und einem besuch im jüdischen museum.

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nachdem es auf der kiss my blood party im ackerkeller natürlich etwas länger gedauert hat, frühstücken wir am sonntag erst spät und fahren dann etwas hektisch ins movimento zur premiere der aktuellen ausgabe nr. 34 von kanal b, „Das Ende der Vertretung“.

die video-aktivistInnen haben die streikenden im berliner einzelhandel während der letzten tarifauseinadersetzung begleitet und geben etwa dem unmut ausdruck, als die ver.di-tarifkommission ausgerechnet vor dem weinachtsgeschäft den streik aussetzt und nennen den skandal beim namen, das eine besonders aktive streikende gekündigt wurde, wegen eines – allen anschein nach konstruierten – verdachtes, einen pfandbong über 1,30 euro eingelöst zu haben, den ein kunde liegen gelassen hatte. nach dem film folgt eine spannende diskussion an der sich gewerkschafterInnen, streikende und auch die video-aktivistInnen rege beteiligen.

nach kaffee in kreuzberg und volxküche in friedrichshein erleben wir dann in der supamolly speed 2 als puppentheater in einer phantasievollen inszenierung in der (gespielte) seniorinnen in ihrem altersheim das puppentheater einstudieren.

am montag laufe ich dann noch etwas durch die sonnigen strassen berlins und schaue mir das jüdische museum an, das auf jeden fall eine beeindruckende und interessante (innen)architektur aufweist und in der dauerausstellung auch viele museumspädagogisch interessante, multimediale handlungsoptionen bietet.

in dem gebäude hat der architekt daniel libeskind verschiedene gänge als achse der kontinuität, achse des exiles (mit einem ende in einem garten mit betonsäulen aus denen oben pflanzen wachsen, bild oben) und einer achse des holocaust (die in einem kalten, kahlen und leeren betonturm endet). er hat das gebäude mit voids durchzogen, leeren räumen die für die abwesenheit der jüdinnen und juden in der deutschen gesellschaft stehen. in einem dieser voids hat der israelische künstler menashe kadishman in der installation „schalechet“ – „gefallenes laub“ über 10.000 gesichter auf dem boden abgelegt. ein verstörendes gefühl ist es, über diese gesichter zu laufen.

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jetzt sitze ich wieder im ICE zurück nach düsseldorf und schreibe diesen letzten eintrag meines kurzen berlin-trips, der dann erst heute nacht in düsseldorf ins netz kommt.



thomas molck

Veröffentlicht7. April 2009 von xthomas in Kategorie "de berlin

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