August 26

tejo

am donnerstag besuche ich eine ausstellung mit plakaten und fahre mit dem fahrrad nach belém und mit der fähre auf die andere seite des tejo nach trafaria. auf dem rückweg fahre ich auf das jesus monument und mit der fähre von cacilhas zurück zu den cais do sodré.

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bilder von lissabon bei flickr >>

am vormittag mache ich erstmal ein paar besorgungen in chiado und stoße auf der rua do alecrim eher zufällig auf eine ausstellung von plakaten ExperimentaDesign mit dem namen Cartografias do Processo. thema ist der prozess der gestaltung (process is the project). die räume mit alten wandgemälden schaffen dabei eine ganz eigene atmosphere der präsentation (bild 4150).

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auf einem plakat „Work process“ von peter bil´ak entsteht auf einem schreibtisch irgendwo im chaos die idee und pfeile führen zum kicker (reflection), papierkorb (selection), handy (interruption), kaffetasse (planning) und dem bildschirm (execution und finalising). uwe loesch überlagert in „Point of no return“ eine grafik von charles joseph minard die die reduktion napoleons großer armee beim marsch auf moskau und zurück zeigt mit einem designprozess vom start über den point of no return und den battle of budget bis zum headquarter of client (presentation).

douglas waden entwirft ein flussdiagram auf einem punktraster in „You ask … Seek … Collaborate … Decide .. Believe!“. michel lepetitdidier ordnet dem schriftzug „Process“ in „The Process Way“ begriffe wie public, politic, openness, experiment, error, sex, spleen, slow, … zu. und melchior imbden zeigt auf “Design Process, Visual Communication” einen kopf mit hervorgetretenen auge und den dahinter liegenden gehirn strukturen.

die ausstellung gefällt mir so gut, daß ich für 25 euro den katalog kaufe und zurück ins hostel bringe, bevor ich mir an den cais do sodré nochmal ein fahrrad leihe. diesmal für 14 euro, dafür aber mit 21 gängen, hörnchen am lenker und schloß auch deutlich besser ausgestattet.

ich fahre am tejo entlang nach westen, vorbei am industriehafen und unter der brücke 25. de abril her nach belém. der fahrradweg über die 9 km von den cais do sodré nach belém ist cool und führt vorbei an der estação maritioma da alcãntara, von wo aus bis in die 50er jahre schiffe nach amerika gefahren sind, und durch das chic aufgemachte neue restaurant viertel unter der brücke 25. de abril (4161, 4171, 4177).

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fertiggestellt 1966 in der diktatur, hieß sie zunächst slazar-brücke und wurde später nach dem tag der roten nelkenrevolution, dem 25. april umbenannt.

in belém führt der weg dann am elektrizitätsmuseeum (4181), an zwei yachthäfen, dem entdeckerdenkmal und dem torre de belém entlang. am westlichen ende beeindruckt mich noch die architektung des biomedizinischen forschungszentrums „Champalimaud Center for the Unknown“ (4188, 4195, 4221, 4222, 4224, 4231).

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von belém nehme ich die fähre über den tejo nach trafaria (4236, 4238, 4251, 4254, 4356) und fahre dort die hügel hinauf, am kleinen dorf murfacém vorbei nach pragal und almada, trabantenstädte auf der südseite des tejo, wo mir im tristen beton gleich die politischen graffities auffallen (4258, 4261, 4262, 4265).

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ich überqüre die zufahrt zur brücke 25. de abril und finde mit etwas mühe durch verwinkelte straßen den weg zum monumentalen jesus mit herausragendem blick von ganz oben auf den atlantik im westen, die stadt im norden und das mündungsgebiet des tejo mit der vasco da gama brücke im osten (4266, 4281, 4284, 4288).

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von hier geht es dann nur noch bergab nach cacilhas, wo ich durch kleine straßen und gassen fahre und so auf den elevator panoramic da boca do vento (4294) stoß, der mich mit fahrrad an die unterhalb der felsen gebauten alten docks mit kleinen restaurants bringt. der weg direkt am wasser entlang führt bis zur fähre zurück zu den cais do sodré (4296, 4297, 4302, 4304, 4305, 4306).

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dort liege ich in der dämmerung und am frühen abend gemütlich in sitzsäcken des restaurants alma lusitana direkt am wasser.

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thomas molck

Veröffentlicht26. August 2011 von xthomas in Kategorie "pt lissabon

1 COMMENTS :

  1. By Inge (Beitrag Autor) on

    6 Tage Lissabon mit vielen Eindrücken und tollen Fotos – und jetzt Nachtfahrt nach Madrid (im Schlafwagen?) Da werden höhere Temperaturen sein und kein Meer. Mal sehen, was Du da alles entdeckst.
    Auch hier z.Zt. höhere Temperaturen aber auch Regen und Gewitter, danach wieder frischer, friesischer Wind.
    Inge

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