Februar 1

the top end

mein flug landete gestern in darwin, als es schon dunkel war. der shuttlebus stand schon vor dem terminal und eine freundliche alte dame registrierte mich aufgrund meiner internet-reservierung als yha besucher und die fahrt war umsonst <-:. das youth hostel liegt im central business district. heute morgen dann im youth hostel ein fahrrad geliehen und erstmal zu strand.

auch hier überall warnungen, wegen des tödlichen box jellyfish (würfelquallen) nicht im meer zu schwimmen. aber hier gibt es keine mit netzen gesicherte schwimmbereiche. der strand ist einfach leer. später höre ich, dass es um darwin auch einige hundert salzwasser-krokodile geben soll (das sind die, die auch gerne menschenfleisch mögen).

dafür ist er größer und länger als die strände um cairns. es gibt kleine klippen und gut ausgebaute fuss- und radwege am meer entlang. am anfang der fannie bay liegt mindil beach, der ort wo in der saison wohl viel los ist. strandleben, sunset market, kleinkunst, … aber saison ist hier in der trockenzeit im australischen winter. jetzt ist alles leergefegt.

am ende der franie bay liegt direkt hinter der küste der lake alexander, in dem auch in der regenzeit geschommen werden kann.

hinter den botanischen gärten am rande von mindil beach liegt das "Museum and Art Gallery of the Northern Territory" . nach einem kühlen milchshake im netten museeumscafe mit blick aufs meer gehe ich ins museeum. der eintritt ist frei <-:.

die dauerausstellung zeigt werke der aboriginals, schiffe, die lokalen planzen, tiere und fische sowie eine dokumentation der zerstörung darwins durch den cyclon tracy 1972 mit bildern, audioaufnahmen mit zeitzeugInnen berichten, einem dunklen raum mit dem original sound des cyclons und natürlich videosaufnahmen vom zerstörten darwin danach. nach dem cyclon wurden die traditionellen holzhäuser auf stelzen, unter denen die tropische luft gut zirkulieren konnte, fast überall durch steinhäuser abgelöst.

eine wechselausstellung handelt von "The Stolen Years" – kriegsgefangene australier in diversen kriegen. die ausstellung beschreibt das leiden der gefangenen in den beiden weltkriegen und im korea krieg:

“captivity was a time, when lives where interrupted, hopes put away and relationships strained. for all of them, these were stolen years.”

das leiden ist natürlich unbestreitbar und auch durchaus ergreifend, trotzdem behagt mir diese ausstellung nicht. am ende der frannie bay gehe ich ins military museum . hier wird die bombardierung darwins durch die japaner beschrieben, die beim ersten bombardement am 19.2.1942 hunderte tote und verletzte forderte und es werden waffen von der kalaschnikow bis zur luftabwehrkanone sowie anderes kriegsgerät gezeigt.

neben einer hackenkreuzfahne aus bergisch-gladbach steht: “The german propaganda maschine used symbols to reinforce a sense of solidarity and might.” viel mehr steht da über deutschland nicht.

mir wird klar, was mich in diesem museum ebenso wie in der ausstellung “The Stolen Years” stört. der krieg wird – wie schon so oft – als naturereigniss dargestellt, das einfach ‘passiert’. politsche hintergründe werden nicht dargestellt. so wird auch nicht richtig klar, das die australier immer für andere nationen gekämpft haben und viele gestorben sind.

schon im ersten weltkrieg und im malaysia krieg haben sie für grossbritannien gekämpft, aber auch für die usa im korea krieg und später im vietnam krieg, im golf krieg und im irak krieg – aufgrund eines bündnisses mit den usa gegen vermeintliche feinde im pazifik (die ‘gelbe gefahr’). im zweiten weltkrieg gab es kämpfe zwischen japan und australien und in dieser zeit entstand das bündniss mit den usa, die im gegenzug zum einsatz australischer soldaten in den us-kriegen australien im falle eines angriffes in der verteidigung beistehen sollen.

aber im military museum geht es nur um den zweiten weltkrieg und in der ausstellung “The Stolen Years” hört das kriegsgeschehen ebenfalls mit dem korea krieg anfang der 50er jahre auf.

auf dem weg vom “Museum and Art Gallery of the Northern Territory” zum lake alexander liegt das ehemalige fannie bay gaol (gefängis). heute wird er ebenfalls vom museeum erhalten und ich begebe mich hinter die stählerne umzäunung um mir anzusehen, wie ein tropischer knast aussieht.

es gibt zellen sowohl in einem steinhaus als auch in relativ luftig gebauten stahlbaraken. eine ‘isolations bereich’ diente zu verschiedenen zeiten dem einsperren von jugendlichen, gefangenen mit ansteckenden krankheiten wie zum beispiel lepra und in den 70ern vietnamesischen flüchtlingen (boat people).

die vorstellung in diesem klima eingesperrt zu sein ist schon sehr unangenehm, noch beklemmender ist der kleine todestrakt in dem ca. zwei dutzend gefangene umgebracht wurden.

nach dieser museums-, knast- und strand-tour fahre ich auf dem dick ward drive nach nord-osten richtung nightcliff. während das centrum darwins südwestlich des flughafens auf einer halbinsel zwischen der frannie bay und der frances bay liegt, gibt es nördlich des flughafens eine reihe von vorstädten.

ich fahre richtung nightcliff, eine dieser “suburbs” am beagle gulf, aber ich habe mal wieder die entfernungen und das klima unterschätzt. die “suburbs” liegen zwar nur ca. 10 km nördlich des centrums, aber da ich schon den ganzen tag unterwegs bin merke ich auf halber strecke, das mir der trip für heute doch zuviel wird. also fahreich über die bagod road zurück richtung centrum, überquere den stuard highway der von hier aus in die mitte des kontinents nach alice springs führt und fahre dann den tiger brennan drived entlang der frances bay entlang zum centrum.

hier gibt es auch noble marinas und kleine siedlungen mit der anlegestelle für die yacht gleich vor der türe, später der fischerhafen und verschiedene ins meer gebaute kais. auf der stokes hill wharf gibt es einige fast-foot und seafoot läden mit excellenten blick aufs meer, wo ich ein kangaroo meal zu mir nehme.

neben dem hafen komme ich noch am "deckchair cinema" der darwin film society vorbei. eine sehr schöne, dem klima angepasste idee, ein open air liegestuhl-kino, leider zur zeit geschlossen.

auf dem weg zurück zum youth hostel höre ich laute partymusik aus einem großen weissen gebäude und denke zunächst an ein hotel. es handelt sich aber um das parlament des northern territory. leider kann ich nicht genauer herausfinden, wo da die party läuft.

ich entspanne mich im pool und hänge später meine nassen sachen draussen zum trocknen in die warme luft. um das youth hostel herum sind einige nette strassenkneipen und am abend will ich noch meine notizen bei ein einem glas wein fortführen, aber die tropische müdigkeit fordert mal wieder ihren tribut.

am mittwoch morgen stelle ich erstmal wieder fest, dass ich in der regenzeit hier bin. die gewitter der nacht haben meine sachen mehr nass gemacht als sie trocknen konnten.

ich beschliesse den tag mal wieder etwas ruhiger anzugehen, frühstücke ausgiebig bacon & eggs im uno und schreibe.

„are you travelling or just on holiday“ fragte mich eine frau in der skyrail nach kuranda. auch daniel schrieb in seinem weblog, er wolle reisen und nicht urlaub machen. was mache ich?

ich fliege alle paar tage zu den orten, die ich vor zwei monaten ausgewählt habe, erkunde die orte ein wenig allein, zu fuss und mit dem fahrrad und buche touren.

in cairns waren das noch recht klar, eine segeltour kann ich dort nicht einfach auf eigene faust machen und die skyrail/train/kuranda tour beinhaltete ja auch nicht mehr als die fahrkarten.

aber hier in darwin habe ich schon länger überlegt, ob ich die tour zum litchfield nationalpark buche oder ob ich mir selbst ein auto miete und ein wenig auf ‚eigenen‘ vier rädern durchs northern territory fahre. die hundert kilometer bis dorthin wären auch nicht so problematisch gewesen.

letztendlich habe ich mich dann doch für die tour entschieden. ich will nicht die attraktionen selbst suche und mir dabei immer etwas gehetzt vorkommen, immer den eindruck haben weiter zu müssen, …

auf eigene faust losfahren ist cool, wenn man mehr zeit hat, denke ich und am besten auch nicht allein unterwegs ist. die tour bietet zumindest die möglichkeit, ein paar leute dabei kennenzulernen.

trotzdem merke ich schon, dass die idee auf eigene faust mit einem auto durch dieses land zu reisen mich reizt. aber das wäre ein anderer urlaubsplan als dieser und für den ersten eindruck von diesem kontinent ist das auch ganz gut so.



thomas molck

Veröffentlicht1. Februar 2005 von xthomas in Kategorie "au darwin

5 COMMENTS :

  1. By thomas (Beitrag Autor) on

    hi dan, du kennst ja meinen coolen jornada noch gar nicht. schoener kleiner rechner im westentaschenformat fuer unterwegs, accu haelt fuenf bis sechs stunden. so kann ich schoen offline unterwegs, in der kneipe, am strand und im flugzeug schreiben um muss dass ganze waehrend der teueren internet sessions nur hochladen
    den stuard hwy kreuze ich oefter, heute wieder (siehe neuer eintrag) und morgen bestimmt wieder. werde dich ankuendigen.
    hier regnet es auch manchmal aber in shorts bei den wasserfaellen des litchfield national park ist dass eher nett

  2. By dan (Beitrag Autor) on

    was’s das fuer ein rechner? haejh los! was is das für nen rechner auf dem bild? 😉
    komme gerade vom dishwashen zurueck, was für ne scheisse. abitur, studium etc bringt anscheind mal garnnichts.
    es regnet hier und regnet. fuck fuck.
    danke für den schönen bericht. wenn du noch mal den stuart hwy überqeuerst, stereichel ihn für mich und sag ihm das ich in ein parr monaten auf ihm reisen werde 😉

  3. By mischa (Beitrag Autor) on

    da kann man nicht nur neidisch werden, ich bin’s. Wärend es hier grau und langweilig ist, erlebst du die sonnigen Dinge des Lebens. Andererseits: Wer will schon Würfelquallen

  4. By Inge (Beitrag Autor) on

    Hallo Thomas, schön, dass ich Deine Reise verfolgen kann. Hoffe du läßt dich nicht verführen im Meer zu baden. Was machen denn die Leute in der Saison? Geht keiner ins Meer? Weiter gute Reise und schöe Erlebnisse und
    Liebe Grüße von Inge

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