venedig 2026 – lido & dorsoduro
ich fliege wieder zur biennale arte für zwei wochen nach venedig. den ersten tag verbringe ich nach der frühen landung am strand auf dem lido, danach starte ich die tour durch pavillions und collateral events der biennale in der stadt in dorsoduro und in einem pavillion nahe der bahnstation in cannaregio.
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am samstag, den 9. august fliege ich nach venedig. eigentlich hatte ich geplant, das zu kombinieren mit urlaub weiter im süden am mittelmeer oder mit einer zugfahrt über die alpen. aber vor sechs wochen bin ich mit dem ebike gestürzt mit leichten verletzungen an der stirn, schulter und knie. vor allem mit dem knie hat sich die genesung sehr hingezogen und immer noch ist es nicht wieder in ordnung. weil ich unsicher war, wieviel reise ich mir zumuten will, habe ich dann erstmal nur zwei wochen mit flug nach venedig gebucht. und erstmal bin ich ganz froh, dass das jetzt auch geklappt hat.
der flug startet am samstag sehr früh, pünktlich um 6.50 uhr so dass ich schon um 9 fertig mit gepäck am flughafen marco polo bin. ich trinke noch einen kaffee, check schon mal online im hotel giardinetto ein. diesmal will ich mir eine venezia unica karte zulegen. für nicht-venezianer*innen ohne ermäßigungen kostet es 100 euro, die karte für den verkehr insbesondere auf dem wasser freischalten zu lassen, dafür kostet eine fahrt mit dem vaporetto dann nur noch 1,5 euro und eine monatskarte 37 euro. die normalen preise ohne die karte sind mittlerweile bei 9,50 euro für die einzelfahrt und 65 euro für sieben tage. also wären es damit bei zwei wochen schon 130 euro. und die venezia unica freischaltung mit den ermäßigungen gilt fünf jahre bis august 2031. im cafe fülle ich für die karte schon mal formulare aus, die ich auf der venezia unica webseite heruntergeladen habe. da soll ich auch meine steuernummer angeben, zum glück habe ich meinen laptop dabei.
aber am flughafen bekomme ich die venezia unica nicht, also fahre ich mit alilaguna zum lido, auch wenn ich die boote bei denen man unten in der kabine sitzen muss nicht besonders mag. aber normale actv vaporetto fahren nicht am flughafen. am lido hole ich mir dann zuerst die venezia unica karte, die formulare hätte ich nicht ausfüllen müssen, ich muss nur meinen ausweis zeigen und alles wird direkt eingetragen und ich unterschreibe dann auf einem tablett. und bei ausländer*innen wird als steuernummer nur xxxxxx eingetragen.
ich bin dann schon um 11 uhr im hotel, kann aber direkt mein zimmer beziehen. das hotel spendiert mir wegen des langen aufenthalts einen upgrade von einzel- zum doppelzimmer mit blick auf die lagune richtung san marco.
nachdem ich mich im hotel eine zeitlang entspannt habe, starte ich den aufenthalt mit einem strandnachmittag. weil ich es diesmal eher langsam angehen will, da ich ja immer noch nicht so richtig fit bin, fahre ich mit dem bus zum free beach nördlich des hauptortes auf dem lido und schwimme im meer. das klappt glücklicherweise ganz gut weil im warmen wasser alle muskeln und gelenke ja entspannt sind. so geniesse ich die zeit in den leichten wellen am strand.
dann laufe ich am strand entlang, an den kostenpflichtigen strandclubs vorbei die sich auch nach norden hier noch aneinanderreihen bis zum nordende der insel, wo der strand an einem naturschutzgebiet am inselflughafen wieder offen und frei ist. 2022 bin ich hier mit dem fahrrad auf dem damm heraus bis zum leuchtturm faro di san nicolò an der einfahrt in die lagune zwischen dem lido und punta sabbioni gefahren.
heute lauf ich nur bis zum weg auf dem damm und schau durch sträucher auf die schleusen des mose systems, mit dem bei sturmfluten die ganze lagune geschlossen werden kann. es hat 78 fluttore von denen jedes 30 meter hoch, 20 meter breit, fünf meter dick und 250 tonnen schwer ist. sie werden hoch gefahren um den zugang zur lagune zu schließen was jedes mal mehrere hunderttausend euro kosten soll. während es in der ersten hälfte des 20. jahrhunderts nur ca. 2 hohe sturmfluten alle zehn jahre gab, aufgrund des klimawandels sind es jetzt schon 40, tendenz steigend (spiegel.de „Der Pop-up-Deich“). ca. 6 milliarden euro soll dass „Modulo Sperimentale Elettromeccanico“ gekostet haben (wikipedia).
durch das naturschutzgebiet am flughafen laufe ich zurück zur busstation klinger und fahre zurück zum hotel.
am montag starte ich dann mit der biennale arte tour durch venedig. mit dem vaporetto 5.2 fahre ich bis zur station zattere in dorsoduro am canale della giudecca, wo ich 2022 die erste hälfe des besuches auch gewohnt habe. in der chiesa di santa maria delle visitazione stoße ich direkt auf die ausstellung von marcello martinez-vega: amazonien, die zwar nicht teil der biennale, aber trotzdem eine schöne gestaltung des sakralen raums ist.
ebenfalls in den räumen der kirche ist der pavillion bulgariens der das headquarter eines fiktiven forschungslabors darstellen soll, in dem das frühe 21. jahrhundert erforscht wird. in einem video stelle ein ki-generierter pilz-mensch im wald ki-generierte fake-post’s aus verschiedenen social-media-kanälen vor.
ich laufe dann weiter durch die südostspitze von dorsoduro, aber verschiedene pavillons und ausstellungen hier haben leider montags ihren ruhetag.
am campo de la carità bei der ponte dell’accademia schaue ich mir in venezianischen dependance der galerie bartoux schöne leicht surreale frauenbilder an.
zurück am canale della giudecca besuche ich dann in den alten lagerhäusern magazzini del sale einen collateral event der biennale arte 2026, die videoinstallationen von nalini malani: of woman born, in der ausgehend von der griechischen mythologie frauen, körper, gewalt, geburt, verwundung und mehr in animationen und zeichnungen dargestellt werden.
von hier aus laufe ich zur südostspitze der insel, punta della dogana, mit blick auf san marco und von dort fahre ich am ende dann mit der vaporetto linie 1 zurück zum lido.
am dienstag breche ich wieder am späten vormittag auf und fahre diesmal mit vaporetto nr. 6 zur station zattere. die nr. 6 hat den vorteil, dass sie die station am markusplatz überspringt, daher ist sie deutlich leerer. direkt an der station, neben der chiesa di santa maria delle visitazione mit der ausstellung amazonien ist ein collateral event der gestern geschlossen hatte: eine ausstellung mit werken aus zehn forschungslabors des institute for creative research an der VCUarts Qatar: Aghrab Idrāk: Thresholds of Perception.
von dort laufe ich weiter zur fondamenta nani am rio de s. trovaso, wo ich gestern schon bei den geschlossenen pavillions der bahamas und pakistans war. heute sind sie wieder geöffnet. der pavillion der bahamas erinnert mit der ausstellung „In Another Man’s Yard“an den verstorbenen künstler john beadle, der schon 2015 für die bahamas einen pavillion gestalten sollte, wo es dann aber nicht genug mittel zur umsetzung gab. in anlehnung an seine konzepte hat lavar munroe als „posthumous collaboration“ kostüme aus segeltüchern haitianischer schaluppen gestaltet. ebenso angelehnt an beadle ist die konstruktion „Mobile Housing Scheme“.
ein stück weiter im pavillion pakistans stellt Faiza Butt „Punj.AB A Sublime Terrain“ aus. in einem video werden manuelle und industrielle texilproduktionsweisen nebeneinandergestellt und in der ausstellung in einer ehemaligen apotheke sind die produkte zu sehen.
von hier aus laufe ich weiter hinein auf die insel dorsoduro bis zum pavillion georgiens.
im pavillion georgiens thematisiert die ausstellung „Modern Argonauts – Georgian Crossroads“ georgien als schnittpunkt der welten zwischen asien, europa und afrika.
etwas weiter in der mitte dorsoduros liegt der pavillion sierra leones in der kunstschule „Michelangelo Guggenheim“ im einem grünen innenhof wo verschiedene skulpturen sich in die umgebung einfügen.
hier verlasse ich das zentrum dorsoduros wieder und laufe am rio del carmini entlang in richtung des fährterminals san basilio. dort liegt auf dem gelände der università iuav der pavillion syriens „The Tower Tomb of Palmyra“ in einem turm der von einer mit dem antiken turmgrab von palmyra bedruckten folie umspannt ist.
von hier aus laufe ich zum verbindungkanal zwischen dem canale della giudecca und dem canale grande an der piazzale roma und fahre eine station mit dem vaporetto zur piazzale, von wo aus ich weiter nach cannaregio laufe, vorbei an der bahnstation bis zum campo san geremia. dort liegt der pavillion moldawiens in einem dunklen raum in der kapelle santa veneranda, in dem fliegende teppiche mit positionsleuchten an der decke hängen und durchgehend ein lautes geräusch von drohnenpropellars ertönt. die installation „On the Thousand and Second Night“ von Pavel Brăila soll die dissonanzen des überlebens, des terrors und des kriegs als soud unserer zeit erfahrbar machen.
danach lauf ich zur vaporetto station guglie am kanal zwischen dem canale grande und der lagune nördlich von cannaregio und überlege, ob ich nur kurz auf die andere seite des canale grande fahre um noch eine ausstellung in san polo zu besuchen. aber ich bin auch schon ziemlich erschöpft und es ist schon 18 uhr, also nehme ich das vaporetto nr. 5.2 und fahre direkt zurück zum lido.







































