venedig 2026 – san polo & cannaregio
mittwoch und donnerstag setze ich die tour in san polo und cannaregio fort. die ausstellungsorte in kleinen kulturzentren, galerien und kirchen kenne ich meist schon aus den letzten jahren, aber es gibt auch neue orte wie den Giardino Mistico dei Carmelitani Scalzi wo ein teil des pavillions des vatikans mit der soundinstallation „The Ear is the Eye of the Soul“ residiert.
alle bilder von san polo & cannaregio bei flickr >>
mittwoch fahre ich ganz klassisch mit vaporetto nr. 1 in die stadt, vorbei an giardini, arsenale und san marco in den canale grande und weiter bis zum markt hinter der rialto brücke.
von dort laufe ich in san polo zum campo san cassiano und weiter durch die calle dei morti zum art & social club „Salone Verde“, auch ein ort den ich schon öfter bei den biennalen besucht habe. hier besuche ich den collateral event der biennale mit der ausstellung „Matriclysm: An Archeology of Connections Lost“ mit werken der singer-songwriterin jewel.
danach laufe ich weiter ins zentrum von san polo zur chiesa di san giovanni evangelista mit der ausstellung „Official. Unofficial. Belarus“, weil es wohl keinen offiziellen pavillion von belarus gibt auch als collateral event der biennale bezeichnet. und die werke in der kirche zeugen auch von einer bedrückenden kritik eines autoritären überwachungs- und unterdrückungssystems.
von hier geht es weiter durch san polo zur bahnstation. da wollte ich gestern schon die depandance des pavillions des vatikans besuchen, aber in den kräutergarten des klosters direkt neben der ferrovia station, „Giardino Mistico dei Carmelitani Scalzi“ kommt man nur mit voranmeldung. heute habe ich einen zeitslot um 15.30 uhr reserviert und schaffe es auch genau zu der zeit da zu sein. im garten bekommt man kopfhörer und läuft durch den ca. 300 meter langen entspannten ort neben dem immer seht überlaufenen bahnhofsvorplatz und hört in verschiedenen abschnitten beruhigende sounds die verschiedene künstler*innen, unter anderem jim jarmusch und patti smith, beigetragen haben.
von hier aus fahre ich dann eine station mit vaporetto nr. 2 zur station campo san marcuola in cannargio und dort zum pavillion indonesiens in der scuola internazionale di grafica. „Printing the Unprinted“ ist ein prozessorientiertes projekt, in dem es nicht nur um die ausstellung von drucken geht, sondern auch um die produktion die kontinuierlich hier stattfindet. heute sehe ich allerdings neben den ausgestellten drucken nur die leeren werkstätten.
ich laufe weiter zum campo santa fosca, wo in einem ladenlokal, das ich auch schon öfter besucht habe, ein teil des pavillions rumäniens stattfindet mit dem video von Anca Benera & Arnold Estefán: Black Seas – Scores for the Sonic Eye, in dem die ausbeutung der wüste und des meers für rohstoffe thematisiert wird.
danach geht es weiter zum palazzo mora, ebenfalls ein wiederkehrender ort mit dem european cultural center. hier findet regelmäßig ein collateral event zu gaza und palestina statt, diesmal u.a. mit überall auf der welt gestickten bildern aus gaza um die erinnerung an den genozid wach zu halten.
im palazzo mora gibt es auch noch zwei länderpavillions, aber es ist schon wieder 18 uhr und das haus schließt. morgen ist auch noch ein tag 😉
ich esse noch eine lassange in der gegend und fahre dann wieder mit vaporetto nr. 1 zurück zum lido.
am donnerstag fahre ich dann mit dem vaporetto nr. 5.1 auf der anderen seite venedigs entlang, vorbei am arsenale nord, ospedale und fondamente nove bis zur station s. alvise in cannaregio.
hier liegt ganz im norden einer der abgelegensten pavillions, der pavillion tanzanias mit dem beitrag „Minor Frequencies: The Inner Life Of A Nation“.
von hier aus laufe ich am rio de la sensa entlang durch einen großen teil cannaregios bis kurz vor die marina misericordia, wo ein weiterer collateral event der biennale, in dem Kan Yasuda mit Isole del Silenzio eine art zen-garten aus steinskulpturen die wie inseln den raum einnehmen geschaffen hat.
von hier laufe ich dann wieder richtung canale grande zum european cultural center im palazzo mora, für den ich gestern nicht mehr genug zeit hatte. die skulpturen von J. Oscar Molino im hof, der pavillion el salvadors mit dem beitrag Cartographies of the Displaced hatte ich gestern auch nur als pyramidiale säulen wahrgenommen und har nicht entdeckt, dass die spitzen kleine köpfe sind.
im palazzo laufe ich dann nochmal durch die allgemeine ausstellung „Personal Structures“ in den dritten stock, zum pavillion der seychellen mit dem beitrag
danach geht es zurück richtung fondamente nove, zunächst zum pavillion haitis mit Enock Placide‘s „Yelena’s Garden“ und dann weiter zum pavillion cameroons mit dem beitrag „NZƎNDA – The Path Home“ und dem pavillion kyrgyzstan’s in einer alten kirche mit dem beitrag „Belek“ von Alexey Morosov.
von da aus komme ich dann wieder zur fondamente nove mit blick auf murano und die friedhofsinsel san michele. direkt an der fondamenta liegen wieder weitere ausstellungsorte, zuerst der collateral event der biennale „FISSURES OF LIGHT. Diaspora: Dissonances In F # Minor“ und der pavillion equatorial guinea’s im Palazzo Donà dalle Rose.
ein stück weiter richtung ospedale folgen dann in einer kleinen galerie die pavillions grenadas und guatemalas. Carlo Caldera thematisiert, wer etwas zu sagen hat in „The Universe is Mute“. die klingel baudelaires lässt eine glocke ertönen, die klingeln hemmingway’s, bianconi’s, putin’s, trump’s und khamenei bleiben stumm.
weiter an der lagune entlang, vorbei am ospedale mit dem anleger vor der notaufnahme geht es am ende der fondamente nove zur kirche santa maria del pianto am rio di santa glustina. hier füllt ein sehr großes gemälde den raum, Brilant Milazimi‘s „Hard Teeth“ im pavillion des kosovo zeigt in blutrot lange schlangen von leidenden menschen.
jetzt schon in castello laufe ich wieder zurück richtung zentrum bis zum campo santi giovanni e paolo mit der gleichnamigen basilika und der scuola grande di san marco, dem medizinmuseum im ospedale wo sich auch der pavillion des congo befindet. die fotoserie „Price of Technology“ von Arlette Bashizi thematisiert hier die prekären arbeitsbedinungen in den kobalt- und mineralminen im congo.
von hier aus geht es zurück nach cannaregio zum nahe gelegenen palazzo soranzo van axel mit dem collateral event der biennale Su Xiaobai’s Alchemical Universe.
am ende des vierten und bisher längsten tages in venedig habe ich dann auch einmal mein kamera-akku aufgebraucht. ich esse noch sehr leckere spaghetti bolognese in den puppa bar und fahre dann von der fondamente nove mit dem vaporetto nr. 5.2 zurück zum lido.




















































































