Dezember 21

relax in der digitalen bohéme

ich schaffe es tatsächlich zu entspannen, auch wenn mittlerweile ein paar wolken über dem meer die wärme der sonne dämpfen. ich durchstreife zu fuss und mit dem fahrrad die umgebung, den montaña roja und die höhergelegenen orte im landesinneren. in fast alle richtungen geht es ja von hier aus erstmal ein paar hundert meter bergauf.

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heute bin ich noch in die hauptstadt der insel nach santa cruz gefahren, um mir die genehmigung nr. 10200 des „Ministerio de Medio Ambiente“ zu holen, am 24.12.2006 zwischen 13 und 15 uhr den gipfel des pico del teide zu besteigen. mit der seilbahn kommt man nämlich nur bis knapp 200 m unterhalb der spitze des höchsten berges spaniens und für den rest braucht man diese genehmigung.

aber ich geniesse es auch auf in unserem domizil am strand zu lesen und zu schreiben. im grunde wäre das hier ein ganz guter standort um als digitaler bohémian zu arbeiten. holm friebe und sascha lobo beschreiben in ihrem buch „Wir nennen es Arbeit“ ja diesen, aus ihrer sicht gegenüber dem schönden angestelltendasein erstrebenswerteren lebensentwurf, selbstständig von kreativer arbeit im digitalen sektor zu leben.

dabei zitieren sie studien, nach denen die allermeinsten angestellten ohnehin nur dienst nach vorschrift machen (s. 64 – gallup-institut 2004 – mit exakten quellenangaben nehmen es die beiden nicht so genau) während kleinstunternehmer die „wissensintensive Dienstleistungen“ anbieten zwar häufig über stress, arbeitsüberlastung, finanzielle unsicherheit und mangelnde soziale absicherung klagten, aber zu 46% zufrieden und 50% sehr zufrieden mit der eigenen arbeitssituation seien (s. 97 – prof. ralf reichwald, tu münchen).

beiden aussagen mag ich nicht so recht glauben. da, wo die beiden recht herablassend über die welt der angestellten schreiben, in der sie sich dafür das sie sich so sehr von dieser welt distanzieren erstaunlich gut auszukennen scheinen, habe ich andere erfahrungen. und die beschriebene tiefe zufriedenheit der freelancer könnte ja auch daher rühren, dass diese zwangläufig ihre situation selbst positiver bewerten, da sie sich ja auch selbst in voller verantwortung für diese situation sehen. insofern wäre das eingeständniss, dass stress und zu wenig geld vielleicht doch eher unbefriedigend sind ja auch eine abwertung der eigenen lebensgestaltung.

aber trotz dieser überzogenen zuspitzungen beschreiben die beiden doch ein wichtiges phänomen, wie kreative arbeit heute organisiert ist und dieses mag der und die geneigte leserIn ja durchaus auch selbst bewerten.

p.s. und weil xpatrick meine bilder so toll fand, hier noch ein bonus (wie immer aufs bild klicken für höhere auflösung)

thomas



thomas molck

Veröffentlicht21. Dezember 2006 von xthomas in Kategorie "es teneriffa

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