August 6

von nizza nach italien

das letzte stück in frankreich von nizza nach menton fahre ich wieder mit dem rad, mit zwischenstation im fürstentum monaco. danach geht es weiter nach italien über ventimiglia, san remo und imperia nach finale ligure.

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alle bilder vom mittelmeer im sommer 2008 bei flickr >>

am montag starte ich vom mont alban wieder richtung villefrance, fahre aber noch ein stück über die obere küstenstrasse und wechsele erst in beaulieu-sur-mer wieder nach unten. die küste ist hier jetzt immer mehr von den ausläufern der alpen mit höheren bergen nicht weit von der küste geprägt.

die untere küstenstrasse verläuft parallel zur bahnlinie und teilweise verschwindet die bahn oder die strasse in tunneln. und nach etwa 15 kilometern überquere ich die grenze zu monaco.

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die stadt ist zum größten teil eine riesige baustelle für neue apartementhäuser für neue reiche die sich mit einem wohnsitz in monaco die steuern sparen wollen. nur richtung meer ist das etwas anders, wenngleich die häfen hier natürlich auch von großen luxus-motoryachten dominiert sind.

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nach dreieinhalb kilometern ist das fürstentum monaco schon wieder zuende und ich nähere mich menton, der letzten stadt vor der italienischen grenze.

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am frühen nachmittag bleibe ich erstmal eine zeitlang am strand und in der altstadt. die auberge de jeunesse liegt hier mal wieder am höchsten punkt der stadt, nach meinem fahrradcomputer 125m über dem meer. also werde ich am abend sicher nicht nochmal kurz in den ort fahren 🙂

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am abend geniesse ich dann den schönen ausblick und entspanne mich in der herberge. mein zimmergenosse silvian aus paris ist auch mit dem fahrrad unterwegs, er hat allerdings die ganze französische mittelmeerküste von der spanischen grenze bis hierher in acht tagen hinter sich gebracht. dafür klagt er jetzt auch über höllischen muskelkater in den beinen und ist froh, hier noch zwei tage entspannen zu können, bevor er zurück nach paris fährt.

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am dienstag fahre ich dann weiter nach italien. an der grenze gibt es zwar keine ausweiskontrollen mehr, aber die italienische policia della financia kontrolliert trotzdem ausgesuchte autos. vielleicht wegen der nähe zu monaco. für mich interessieren sie sich glücklicherweise nicht und so komme ich schnell in die beiden tunnel, durch die die strasse nach ventimigla in italien erst einmal führt.

am rande von ventimiglia komme ich am museo archeologico g. rossi vorbei. da ich mein ganzes gepäck auf dem rad habe, besuche ich das museum nicht, aber mache einen kurzen abstecher auf die terasse des museums mit schöner aussicht auf die stadt.

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dort lädt mich iris dévote dvir ein, ihre ausstellung „Mare D’oro – Mare Nostrum“ zu besuchen. bei einem glas rotwein schau ich mit die bilder an, die sichtweisen des meeres variieren und teilweise mit religiösen motiven verbinden. die künstlerin lebt seit zwei jahren hier und die meisten bilder stammen aus dieser zeit. nur ein bild des historischen dreimasters des prinzen von monace stammt von 2002, als sie dort gelebt hat.

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ventimigla ist die erste stadt in italien an der mündung des rola. hier informiere ich mich am bahnhof erstmal über die zugverbindungen hier an der küste, denn die ganze strecke bis finale ligure werde ich heute nicht schaffen. regionalzüge mit fahrradbeförderung gibt es hier zum glück reichlich.

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von ventimigla geht es weiter nach san remo, einer insgesamt nicht so spannenden stadt. hier fällt mir wieder auf, dass die strände hier in italien – mehr noch als in frankreich – in einzelne private zellen geteilt sind die oft eintritt nehmen. nur selten zwischendurch gibt es mal einen öffentlichen strand.

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spannend ist in san remo vor allem die pigna, die altstadt unterhalb der kirche madonna della costa. sie ist sehr verwinkel und manchmal ein wenig verfallen. überall gibt es kleine treppen und gassen und teilweise führen die wege auch unter den häusern hindurch.

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von san remo aus scheint es wieder einen fahrradweg wie in frankreich an der westlichen cote azur zu geben. aber nach dem ich ihm eine zeitlang gefolgt bin wird er plötzlich zur baustelle und es geht nicht weiter. ist wohl noch im bau.

auch nach san remo gibt es den fahrradweg wieder am meer und er führt sogar durch eigene tunnel. aber am ende des zweiten tunnels, ich hatte mich schon gewundert das die fahrbahn etwas knirscht und nach teer roch, wieder eine baustelle und ich muss den tunnel zurück fahren.

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ich fahre weiter auf der strasse, bis der radweg zwischen st. stefano und san lorenzo wieder auftaucht und auch schon fertig zu sein scheint, inclusive fahrbahnstreifen. und hier gibt es dann kurz vor san lorenzo einen eineinhalb kilometerlangen tunnel nur für fahrräder und fussgänger.

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in san lorenzo komme ich dann auch an einem alten bahnhof vorbei, ähnlich wie auch schon in san remo. mir scheint, die küstennahe bahnstrecke zwischen san remo und san lorenzo wurde hier eingestellt und auf genau dieser strecke wird nun ein fahrradweg gebaut.

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ich fahre noch weiter bis imperia porto maurizio um von dort den zug nach finale ligure zu nehmen, wo ich die nächsten drei nächte in der jugendherberge ostello wuillermin gebucht habe.

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am mittwoch überlege ich zuerst, nochmal mit dem zug zurück nach imperia zu fahren, da die strecke von imperia bis hierher recht schön war, soweit ich es aus dem zug gesehen habe. aber ich bin immer noch nicht so richtig fit und der husten geht nicht weg und so entschliesse ich mich, einen ruhetag hier in finale liguere einzulegen. die jugendherberge hier war auf jeden fall eine sehr gute wahl. sie liegt zwar wieder mal auf einer steilen anhöhe, dafür wohne ich in einem turmzimmer einer kleinen burg mit blick auf den ort und die felsen direkt aus meinem bett.

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ich fahre dann am vormittag erstmal nach finalborgo, dem alten ortskern aus dem 15. jahrhundert etwa zwei kilometer im landesinneren. die schöne alte stadt ist von einer stadtmauer mit verschiedenen stadttoren umgeben und im inneren gibt es viele gut erhaltene alte häuser in den gassen und an den plätzen. und oberhalb der stadt erhebt sich das castel san giovanni.

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zurück im ort lasse ich mich erst mal im bar centrale auf der piazza garibaldi zu einem zweiten frühstück nieder, denn das frühstück in italienischen jugendherbergen ist mit einem croissant und café eher sparsam.

danach fahre ich hinunter nach finalemarina den hauptstadtteil am meer und lege mich erstmal am strand in die sonne und verbringe einen entspannten nachmittag am strand und in strandcafes.

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thomas molck

Veröffentlicht6. August 2008 von xthomas in Kategorie "fr cote azur", "it riviera

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