August 12

genua al mare

genua ist eine vom meer geprägte stadt mit einem der ältesten und zeitweise größten hafen italiens. dies ist das thema des galata/museo del mare und nach dem besuch der museuums bietet es sich an, nochmal die günstige hafenrundfahrt mir dem navibus nach pegli zu machen. später dann noch ein kaffe im kaffeehaus klainguti, das schon seit 1828 kaffee und kuchen auf der piazza soziglia anbietet.

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am dienstag, meinem letzten tag in genua gehe ich den tag nochmal etwas ruhiger an. ich fahre weiter südlich von righi hinunter in die stadt um neue perspektiven zu finden. heute ist der himmel erstmal bedeckt und es sieht nicht nach einen reinen sonnentag aus. auf der südseite des righi habe ich auch nochmal einen schönen blick auch den torrente bisagno, den fluss der aus den bergen hier in genua mündet.

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unten am hafen besuche ich dann das galata/museo del mare. hier ist es lange nicht so voll wie am aquarium, vor dem sich schon eine unendlich lange schlange gebildet hat. das museuum ist vor allem ein schiffahrtsmuseeum, mit ruderbooten in der ersten etage, segelschiffen in der zweiten und dritten und schließlich dampfschiffen in den oberen etagen.

dabei gibt es viele modelle, soundinstallationen und interaktive multimedia-objekte. inhaltlich werden ausführlich die lebensbedigungen der menschen beschrieben, die mit ihrer arbeit die schiffahrt vor allem möglich machten. sklaven und arbeiter im hafen und auf den schiffen. neben dem nachbau einer ruder-galeere kann man sich auf eine ruderbank setzten und sich mit den füssen anketten um ein wenig davon zu spüren.

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überhaupt gefällt mir an dem museeum, dass es sehr viel auf interaktion setzt. zum beispiel in der ausstellung mittelalterlicher bücher, die in glaskästen gelagert natürlich nicht durchgeblättert werden können. dafür gibt es einen kleinen display darüber, wo zum beispiel viele seiten des atlas von gerad mercator an angesehen und vergrößert werden können. oder es gibt einen simulator, wo mach nach auswahl der wetterbedignungen (zwischen windstärke 2 und 11) und der tageszeit ein boot mit der pinne rund ums kap horn steuern kann.

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ähnlich interaktiv ist aus die ausstellung in der oberen etage, die sich mit den auswanderen nach amerika beschäftigt. auch liegt der schwerpunkt auf dem lebensbedingungen der einfachen leute, die damals von genua nach new york aufbrachen.

am anfang bekommt man einen pass mit einem barcode, den man an verschiedenen stellen der ausstellung einsetzten kann. es gibt verschiedene pässe, die für verschiedene tatsächliche identitäten von auswanderern stehen. an der ersten stelle wo sie zum einsatz kommen ist bei der ausreise, von ein italienischer beamter auf einem flachbildschirm die identität erläutert nach man seinen pass hat einlesen lassen. leider nur auf italienisch. so weiss ich leider hier noch nicht, wer ich bin.

später gibt es eine stelle, wo nach dem scan des barcodes der eintrag des namens in einer passagierliste erscheint. ich bin carlo maria pedretti, der am 28.9.1892 in genua aufbrach (3. klasse) und am 10.10.1882 in new york ankam, entnehme ich den dargestellten dokumenten.

am ende, in dem teil der ausstellung in dem die einwanderungsprozeduren in new york dargestellt werden, gibt es am ende eine befragung, wo fragen nach dem alter, geschlecht, familienstand, job, nationalität und rasse, fragen ob man lesen und schreiben kann, ob man freunde in den usa hat, wo man hin will und wieviel geld man hat und schließlich ob man polygamist oder anarchist ist oder an ernsthaften krankheiten leidet. durchgelassen werde ich mit der antwort, dass ich anarchist sei nicht. so hätte ich damals wieder zurück nach italien fahren müssen.

auf dem dach des museums geniesse ich schließlich nochmal die schöne aussicht auf die altstadt und die paläste der via garibaldi um dann im hafen nach richtigen schiffen zu sehen. eigentlich wollte ich mit einem boot nach portofino fahren, aber das fährt leider nur täglich ausser dienstags. so mache ich nochmal die günstige hafenrundfahrt mit dem navibus nach pegli.

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die wolkendecke reisst jetzt öfter mal auf und es gibt wieder sonne. aber auch relativ starken wind aus dem südosten. so geniesse nochmal die gute stunde der fahrt am industriehafen und am flughafen entlang nach pegli und zurück.

danach setze ich mich in der altstadt ins kaffeehaus klainguti an der piazza soziglia und schreibe diese zeilen. das kaffeehaus wurde 1828 von den schweizer brüdern klainguti gegründet und hatten hier grossen erfolg.

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thomas molck

Veröffentlicht12. August 2008 von xthomas in Kategorie "it genua

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