September 4

barcelona cultural

am samstag finde ich endlich den weg, beim körperliches wohlbefinden wieder in einklang zu bringen: kaffee. ich besuche das aquarium, das museu marítim de barcelona und das museu d´art contemporani de barcelona mit drei spannenden ausstellungen zeitgenössischer kunst und habe einen netten abend in rayal.

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bilder aus barcelona bei flickr >>

es ging mir nicht so gut bis jetzt in barcelona. am ersten tag war es noch cool, nach der schnellen zugfahrt von madrid nach barcelona nochmal schnell ins meer springen und abends am strand von barcelonetta entlang schlendern.

das hostel war nicht so toll wie in lissabon und madrid, aber das ist für fünf nächte schon ok, dachte ich mir. in meinem dorm schläft aber leider auch eine ziemlich erkältete frau mit husten und schnupfen, so dass ich schon ein wenig angst habe, am ende noch krank zu werden.

am donnerstag dann erstmal weiter alles cool, bei sonne in barcelonetta herumlaufen, mit der seilbahn zur stadt und hinein ins getummel auf den les rambles. aber so langsam bekomme ich kopfschmerzen die immer stärker werden. ein wenig quäle ich mich durch den barri gothic und el rayal und fahre dann mit dem bus zum hostel und lege mich für 13 stunden ins bett.

freitag hoffe ich, dass es besser wird und starte frohen mutes den passeig maritim entlang bis zum forum und fahre von dort mit tram und metro weiter zum park güell. aber die kopfschmerzen melden sich wieder. diesmal nehme ich frühzeitig eine schmerztablette und so bleibt es erträglich.

am samstag laufe ich dann erstmal zum aquarium. es ist ähnlich beeindruckend wie in lissabon, auch mit einem großen becken unter dem man hier auf laufbändern durch glastunnel unter den fischen herfahren kann (bilder 5158 … 5193).

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aber nach dem aquarium scheint sich der kopf wieder zu melden. aber dann kommt, nachdem es am freitag eher trübe war, die sonne hervor. ich setze mich in ein café an der moll d´espanya mit schönem blick auf die hafenausfahrt, trinke kaffee, esse kuchen, schreibe und langsam wird es besser (5195).

ich glaube ich habe es in den letzten tagen versäumt, mehr pausen einzulegen, immer weiter laufen, dieses ziel noch und jenes ziel ansteuern hat mich zu sehr ermüdet und ich vermute auch, der kaffee morgens im hostel ist entcoffeiniert, weshalb ich schon leichte entzugserscheinungen hatte.

von der moll d´espanya laufe ich weiter, über die rambla de mar (5221) in die stadt. auf dem weg stosse ich auf das museu marítim de barcelona in den drassanes reíals, den rekonstruierten königlichen werften. im museeum steht ein modell der stadt im 15 jahrhundert in dem diese werften links schon zu sehen sind. im museeum gibt es eine schöne ausstellung über das reisen auf see „viatgemarenllà“ (5205, 5211).

weil im eintritt auch der besuch des schoners santa eulàlia enthalten war, machen ich nochmal einen kleinen abstecher zurück zum hafen (4907, 5213, 5216), dann laufe ich wieder durch el rayal, den eindeutig netteren teil der altstadt über die rambla del rayal in die stadt und stosse diesmal auch auf den markt la boquerìa (5226 … 5246).

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schließlich komme ich zum museu d´art contemporani de barcelona. vor dem museeum treffen sich wie vorgestern wieder viele skater, ein museeum für zeitgenössische kunst paßt recht gut in diesen stadtteil.

im museeum gibt es gleich drei ausstellungen, verteilt auf die mit langen gangways verbundenen drei stockwerke (5254 … 5262).

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im erdgeschoß eine ausstellung des künstlers ãngeles ribé aus der region, „In the Labyrinth“ mit werken von 1969 bis 1984, viele experimentelle fotos aus dem öffentlichen raum, teilweise mit besonderen aktionen vor der kamera.

im ersten stock dann die aktuelle ausstellung aus der kollektion „The modern and the present“. die ausstellung konzentriert sich auf die zeit von den 50ern bis heute und versucht dabei kunst, architektur und design im zusammenhang zu sehen. zum beispiel bei constant nieuwenhuys, der mit dem projekt „New Babylon“ 1963 eine stadt ohne stadtplanung und architekten, gestaltet von den darin wohnenden entwirft, was auch als kritik einer modernen architektur im sinne le corbusiers verstanden werden kann.

oder öyvind fahlström, der 1966 kleine spiele mit von ihm gestalteten boxen oder dominosteinen entwarf und in einer begrenzten auflage verbreitete („Sitting … Blocks“, „Sitting … Dominoes“), auch um seine kunst breiter zu streuen. dazu gibt es eine digitale umsetzung im museeum, mit der man das dominospiel am bildschirm spielen kann.

noch experimenteller, körperbetonter und mit performance elementen geht es weiter im dritten stock in der ausstellung „Museum of Parallel Narratives in the Framework of L‘ internationale“ wo es um oppositionelle kunst zwischen 1956 und 1986 in osteuropa geht. eine auswahl der arteast 2000+ collection der moderna galerija in ljubjana. ungewohnte und irritierende bilder, videos und aktionen. zum beispiel videos von borghesia „So Young“ aus dem jahr 1984, teilweise mit zerstörerischer musik zu militäraufmärschen.

oder das projekt laibach, die auch im museeum einen auftritt hatten, von denen videos und ein interview gezeigt werden in denen sie nazi ästehtik im militärischen und propagandistischen auftreten provokant inszenieren.

und der tisch der performance „Rythm O“ von marina abramovic 1974 mit ölen, messern, federn, einer peitche und vielen anderen dingen und der aufforderung „72 objects to use on me“ und der erklärung, dass sie die volle verantwortung für die folgen übernimmt.

nach dem besuch im museeum verbinge ich den abend auf der rambla del rayal wo es viele kleine bars mit einfacher internationaler küche (döner, pizza, indisch, …) gibt und viele leute einfach den abend auf dem platz verbringen.



thomas molck

Veröffentlicht4. September 2011 von xthomas in Kategorie "es barcelona

1 COMMENTS :

  1. By Inge (Beitrag Autor) on

    nach all den Museums- und Stadterkundungen, hättest Du jetzt sicher noch ein paar Tage Sonne- und Strand-Urlaub nötig, denn zu Hause kommst Du wieder in sehr wechselhaftes Wetter: Nach 3 Tagen hochsommerlich, jetzt wieder kühl und regnerisch. Guten Flug morgen!
    Inge

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